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Michael Schanze im Interview über seine Rolle

Michael Schanze im Interview über seine Rolle

Neid, Neid, Neid bei den Kollegen

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Neid, Neid, Neid – das sei die Reaktion seiner Kollegen gewesen, als sie von Michael Schanzes Engagement bei den Bad Hersfelder Festspielen erfuhren. Unser Redakteur Karl Schönholtz sprach in Aachen mit dem Schauspieler und Entertainer über seine Rolle als Milchmann Tevje im Musical „Anatevka“.

© dpa

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Ich bin ich - Porträt: Michael Schanze, der Tevje im Festspiel-Musical „Anatevka“

 

 

Herr Schanze, zunächst ein kleines Quiz. Was verbinden Sie außer den Festspielen mit Bad Hersfeld? Ich gebe Ihnen drei Antworten zur Auswahl...
MICHAEL SCHANZE: Das ist schon mal lieb...

...also a) Konrad Duden, b) Konrad Zuse und c) Amazaon. de?
SCHANZE: 1, 2, oder 3 muss ich nehmen... Normalerweise soll man, wenn man unsicher ist, ins mittlere Feld gehen... Ich sag’ aus irgendeinem Grund a).

Es wäre alles drei richtig gewesen.
SCHANZE (lacht): Eine pädagogisch saubere Frage!

Dass Sie im Sommer zum ersten Mal nach Bad Hersfeld kommen, ist bekannt. Aber spielen Sie dann auch zum ersten Mal unter freiem Himmel?
SCHANZE: Musik-Open-Airs habe ich schon hinter mir. Aber die waren immer so, dass wir, die wir auf der Bühne standen, meistens ein Dach hatten. Nun, ich glaube, hier ist es genau umgekehrt (lacht), das wird also eine Premiere sein.

„Anatevka“ ist zweifellos ein Musical-Klassiker, aber vielleicht ein etwas angestaubter. Was kann uns das Stück heute sagen? SCHANZE: Das habe ich zuerst auch gedacht. Ist da nicht der Zeitzug drüber weggefahren? Aber ich glaube das nicht, sonst hätte ich auch nicht zugesagt. Es dreht sich um eine Minderheit, um den Umgang mit Traditionen. Doch ich war mir mit Regisseur Stefan Huber einig, dass man sich hüten muss, es auf die alte Art und Weise zu spielen. So nach dem Motto, das hat früher schon funktioniert, also machen wir es wieder so. Man muss meiner Ansicht nach das Augenmerk auf die menschlichen Aspekte und das Ausgeliefertsein der Minderheit legen. Ich bin gespannt.

In Musik und Text stecken viel jüdische Folklore...
SCHANZE: Da muss ich ja nicht drüber weg...

Haben Sie denn eine Beziehung dazu?
SCHANZE: Ich fange jetzt schon mal an zu sprechen und dabei mit den Händen so zu machen (wedelt beidarmig vor der Brust). Im Ernst, ich bin dabei, mich in die Literatur einzulesen.

Das Festspiel-Publikum denkt beim Tevje an den unvergessenen Wolfgang Reichmann...
SCHANZE: Bei Wolfgang Reichmann habe ich mir meine ersten 25 Mark verdient. Der war in München und hat Hörspiel gemacht, und ich war so’n Kleiner am Rande, der so Sachen gesagt hat wie „Die Pferde sind gesattelt“ oder „Hoch lebe der König!“. Dafür habe ich dann 25 Mark bekommen und bin wieder nach Hause geradelt nach Tutzing am Starnberger See. Ich habe ihn geliebt! Eine Stimme wie ein Bergsee! Ich habe ihn damals in Bad Hersfeld nicht gesehen, weiß aber, dass er ein Pfund war.

Zum Schluss noch eine private Frage: Haben Sie genug lange Unterhosen und dicke Pullover im Schrank, um die Probenzeit in der kalten Stiftsruine gesund zu überstehen?
SCHANZE: Das weiß ich noch gar nicht. Mit diesen Gegebenheiten habe ich mich noch gar nicht so beschäftigt. Als alter Ski-Fex, der ich war, habe ich natürlich warme Unterwäsche. Aber das Thema Gesundheit wird schon eine Rolle spielen.

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