Bad Hersfeld. Wer mit Ende siebzig oder Mitte achtzig in einer barrierefrei gestalteten betreuten Wohnanlage lebt, mit einer zusätzlichen Altersversicherung auf dem Konto und den Telefonnummern von VdK und Arbeiterwohlfahrt für alle Fälle in der Schublade, mit Essen auf Rädern im Kühlschrank, wer ein verstellbares Bett mit elektrischer Fernbedienung im Schlafzimmer stehen hat und ein individuell ausgesteuertes Hörgerät im Ohr trägt, der kann eigentlich beruhigt seinem letzten Lebensabschnitt entgegensehen.

Betreutes Wohnen für alte Menschen in Heinebach: Horst Peschges vom Seniorenbeirat Alheim, Projektberater Heinrich Bambey und Frank Werner von der Gemeinde Alheim (von links) stellten das Modell der Anlage auf der Seniorenmesse vor.
So könnte man das Angebot auf der dritten Seniorenmesse für den Kreis Hersfeld-Rotenburg zusammenfassen, die am Samstag in der Bad Hersfelder Geistalhalle veranstaltet wurde und auf der rund 40 Aussteller vertreten waren – vom Versorgungsamt in Fulda bis zum Anbieter von Treppenliften.
Von einer neuen Kultur des Alterns sprach die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz in ihrer Eröffnungsrede und davon, dass die Menschen jenseits der Fünfzig oder auch der Siebzig ihren neuen Lebensabschnitt zunehmend als Chance begriffen, neugierig seien, kulturell aktiv und sozial engagiert. Alter sei längst nicht mehr mit Gebrechlichkeit gleichzusetzen.
Was die Aussteller in der Halle zeigten, diente allerdings mehr dazu, den Menschen mit zunehmenden Gebrechen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – mit zahlreichen medizinischen und technischen Hilfsmitteln, aber auch durch Betreuungs- und Beratungsangebote. Stark vertreten waren die Betreiber von Wohn- und Pflegeheimen sowie die Anbieter mobiler Pflegedienste.
Die Ausstellung wurde ergänzt durch Vorträge, zum Beispiel über den Schutz vor Kriminalität oder über Betreuungsrecht und Vorsorgevollmacht.
Für ein unterhaltsames Rahmenprogramm sorgte unter anderem der ShantyChor der Marinekameradschaft Bad Hersfeld, in dem übrigens auch viele Senioren eine musikalische Heimat gefunden haben.
Von Peter Lenz



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