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Keine Angst um Mensch und Tier: Richtig geschützt sind Tiefsttemperaturen kein Problem

Kälte allein macht nicht krank

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Hersfeld-Rotenburg. Bei dieser Kälte möchte man am liebsten mit der ganzen Familie samt Hund, Katze und Kaninchen im warmen Bett bleiben. Doch weder Mensch noch Tier müssen wegen der Kälte besonders vorsichtig sein. „Keiner muss sich verkriechen“, sagt der Bad Hersfelder Allgemeinmediziner Dr. Martin Ebel. Nur für sehr alte Menschen könnte es jetzt besser sein, daheim zu bleiben.

Warm eingeschenkt: Auch bei Kälte brauchen Tiere etwas zu trinken. Philipp Streck (links) und Magdalena Dräger (rechts) füllen den Wassertrog von Kaninchen „Charlie“ auf. Foto: Hornickel

Warm eingeschenkt: Auch bei Kälte brauchen Tiere etwas zu trinken. Philipp Streck (links) und Magdalena Dräger (rechts) füllen den Wassertrog von Kaninchen „Charlie“ auf. Foto: Hornickel

Doch grundsätzlich gilt: Wer gesund ist, darf auch nach draußen. Handschuhe, Schal und vor allem eine Mütze sollte man dabei aber nicht vergessen, rät Dr. Ebel. Gefährlicher als die Kälte sind derzeit aber Massenansammlungen von Menschen, zum Beispiel im Bus. Dort besteht Ansteckungsgefahr. „Die Kälte selbst macht nicht krank.“

Dennoch besteht im Moment die Gefahr, draußen zu erfrieren. Deshalb müssen gerade Obdachlose jetzt besonders aufpassen. Jogger indes können ruhig weiterlaufen, es sei denn sie leiden an chronischen Atemwegserkrankungen. Alle anderen sollten die Extremitäten warm halten und am besten durch ein Tuch, einen Schal oder eine Gesichtsmaske atmen.

Heiße Getränke sind außerdem zu empfehlen. Wer sich normalerweise ausgewogen ernährt, braucht auch bei Kälte keine besondere Nahrung oder extra Vitaminpillen.

Auch die Tiere kommen instinktiv gut mit der Kälte klar, erklärt Daniel Brandau, der seit sechs Jahren als Tierarzt in Alheim praktiziert. Kaninchen etwa, die normalerweise draußen gehalten werden, braucht man nicht ins Haus holen. „Sie fangen dann an zu schwitzen und werden erst recht krank“. Statt dessen sollte man den Tieren Rückzugsmöglichkeiten, wie gut isolierte Hütten oder Verstecke anbieten. Wärmekissen, wie es sie im Fachhandel gibt, können hilfreich sein. „Die Tiere achten auf sich selbst und nutzen die angebotenen Möglichkeiten“, erklärt Brandau.

Gassi gehen, nicht stehen

Auch Hunde dürfen ganz normal Gassi gehen, allerdings sollten sie dabei in Bewegung bleiben. Zu langes Stehen ist nicht gut. Vorsicht ist bei Kurzhaar-Rassen geboten, diesen Tieren hilft eine zusätzliche Decke. Katzen indes neigen bei diesem Wetter dazu, lieber am warmen Ofen zu bleiben, weiß der Tierarzt.

Kühe hingegen fühlen sich bei kühlen Temperaturen zwischen 0 und zehn Grad besonders wohl, die derzeitige Kälte macht ihnen ebensowenig wie Pferden etwas aus. „Diese Tiere kompensieren die Kälte über das Futter“, sagt Brandau und rät dazu, etwas reichlicher zu füttern.

Von Kai A. Struthoff

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