Immer ein Brot im Koffer

Rose Waldstein aus Bad Hersfeld lebt seit 35 Jahren in Alaska und liebt die Wildnis

Immer ein Brot im Koffer

112.03.1012.03.10|Bad Hersfeld|2 Kommentare
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

Bad Hersfeld/Anchorage. Wenn Rose Waldstein von Alaska spricht, dann kommt sie ins Schwärmen: Die Weite und atemberaubende Schönheit der Landschaft, die Vielfalt der Natur, die Freundlichkeit und Lebensart der Menschen haben es ihr angetan. Seit 35 Jahren lebt die gebürtige Hersfelderin in Alaska und arbeitete dort viele Jahre als Buschpilotin.

Die gebürtige Hersfelderin Rose Waldstein liebt es zu fliegen und die unendliche Weite und Schönheit Alaskas aus der Luft zu erkunden. Hier steht sie auf den Schwimmern eines Wasserflugzeugs. Foto: privat

Dass sie irgendwann einmal aus Deutschland weggehen würde, das wusste Rose Waldstein schon als Jugendliche. „Deutschland war mir zu klein und zu eng“, erinnert sie sich. Gelegenheit ergab sich dann, als die gelernte Steuerberaterin bei einer amerikanischen Firma beschäftigt war und dort Kollegen aus Alaska kennen lernte. Nach einem Besuch in Alaska war ihr klar: „Hier will ich leben.“

Ein Jahr später wanderte sie aus. In Anchorage, der Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Alaska, war Rose Waldstein zunächst als Buchhalterin tätig. Doch sie hatte immer schon vom Fliegen geträumt. „Alaska ist das einzige Land, wo man noch richtig fliegen kann, ohne von Tower zu Tower weitergeleitet zu werden“, sagt Waldstein.

Mit Ehrgeiz, Können und Zuverlässigkeit machte sie sich einen guten Namen: „Den braucht man, um gute Jobs zu bekommen.“ Und die bekam sie. Rose Waldstein gab Flugunterricht, flog Urlauber in die Einsamkeit, brachte Menschen und Material zu Orten, wo es keine Straßen gibt.

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben jedoch die Bedingungen für professionelle Flieger verändert. „Die Versicherungen sind enorm nach oben gegangen. Da lohnt sich das Fliegen nicht mehr, wenn man nicht sehr viel fliegt“, erklärt sie.

Landung direkt am Strand

Jetzt fliegt Rose Waldstein vor allem zum Vergnügen. „Wir sind oft mit dem Wasserflugzeug unterwegs und landen mitten auf dem See. Einfach weg von der Stadt, die Natur sehen“, erzählt sie. Faszinierend findet sie es auch, mit dem Kleinflugzeug irgendwo an einem Strand zu landen. „Wenn man da so sitzt, sieht man auch die Tiere. Da ist man völlig weg vom Alltag.“ Tiere, das sind zum Beispiel Bären, Elche, Robben und viele andere mehr.

Golf auf der Beringsee spielen

Natur und Tiere wollen auch viele Urlauber sehen, die nach Alaska kommen. Wer das besondere Naturerlebnis sucht, weit ab von den ausgetretenen Pfaden, wer Einsamkeit erleben, in einer Hütte am See übernachten, Lachse mitten in der Wildnis fangen, mit dem Kanu den Yukon erkunden, Hundeschlitten fahren oder auf der zugefrorenen Beringsee zwischen Alaska und Russland Golf spielen will, der ist bei Rose Waldstein richtig. Denn inzwischen ist sie Reiseunternehmerin geworden. Nicht für große Touren, nein, Rose Waldstein ist mit maximal sechs Personen unterwegs. Dank ihrer vielfältigen Kontakte und ihrer guten Ortskenntnis aus der Zeit als Buschpilotin kann sie ihren Gästen Erlebnisse ermöglichen, die auf eigene Faust oder als Pauschaltourist nur schwer zu haben sind.

Jack London gelesen

„Viele Urlauber haben Jack London gelesen und wollen das erleben“, hat Waldstein festgestellt. Es macht ihr Freude, Träume wahr werden zu lassen und den Menschen die Faszination der Wildnis zu vermitteln. Und auch, dass das Leben in Alaska anders läuft. „Man muss hier bremsen, einen Gang runterschalten, auf Alaska-Zeit“, sagt sie. Und dass es wichtig ist, offen zu sein für andere Menschen. „Die Natur ist so rauh, dass ein Mensch für den anderen da sein muss. Hilfe geht immer vor. Nur so kann man überleben.“

Die Werbung für ihr eigenes Reise-Unternehmen „Euro Alaska Tours“ übernimmt Rose Waldstein selbst. Jeden Winter kommt sie nach Deutschland und besucht die Reisemessen. Sie setzt auf persönlichen Kontakt und direkte Ansprache.

Keine deutsche Bäckerei

Angenehmer Nebeneffekt: Dabei bleibt immer auch Zeit für Besuche in Bad Hersfeld. „Da lasse ich mich bei meiner Familie verwöhnen“, sagt Rose Waldstein und lacht. Und natürlich kauft sie ein. Brot, zum Beispiel. Das deutsche Brot vermisst sie am meisten. Obwohl etwa 4000 Deutsche in Anchorage leben, gibt es dort keine deutsche Bäckerei. „Da muss man schon bis nach Vancouver fliegen“, sagt Waldstein. Hin und wieder tut sie das und lädt dann ihr Flugzeug voll mit frisch Gebackenem, das sie zu Hause einfriert. Urlauber aus Deutschland sollten deshalb tunlichst Brot im Koffer haben.

Kontakt: info@euroalaskatours.com und www.euroalaskatours.com

Von Christine Zacharias

zurück zur Übersicht: Bad Hersfeld

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Kommentare

Sport Hersfeld-Rotenburg

Schwere Aufgaben für Heringen
Schwere Aufgaben für Heringen

heringen/bad hersfeld. Die Tischtennisspieler des TV 03 Heringen sind in der Hessenliga an diesem Wochenende im Doppel-Einsatz. Am Samstag (18 Uhr) steht die schwere Begegnung beim Tabellenzweiten TTV Richtsberg auf dem Programm, am Sonntag geht es dann zu Hause weiter. Gegner in der Turnhalle an der Dickesstraße ist dann ab 14 Uhr der Tabellenvierte TTG Kirtorf-Ermenrod.Mehr...

FotostreckenRegional- sport

Regionalsport
0|

Niederaula ist neuer Hallenkreismeister

Niederaula ist neuer Hallenkreismeister

Regionalsport
1|

Handball: Eitra/Oberhaun - Gelnhausen

Handball: Eitra/Oberhaun - Gelnhausen

Regionalsport
7|

TVH siegt klar mit 39:19

TVH siegt klar mit 39:19

Regionalsport
5|

Handball/Oberliga: Eitra/Oberhaun kassiert eine 29:31-Niederlage gegen Bruchköbel

Handball/Oberliga: Eitra/Oberhaun kassiert eine 29:31-Niederlage gegen Bruchköbel

Alles rund ums Kino

Das Kinoprogramm der Region, aktuelle Filmkritiken, die besten Neustarts - alle Infos finden Sie in unserem

Aktuelle Videos

300NL4S1XjS5KP6_4F0ZEKch-atXF0F1Sn55G2RvXiv3uw./static/common/img/group24/videohttp://www.hersfelder-zeitung.de/videos/4085702900144831594001window

Fotostreckenaus der Region

Heringen
1|

Vereistes Wehr bei Heringen - L 3306 überflutet

Vereistes Wehr bei Heringen - L 3306 überflutet

Ludwigsau
1|

Eisimpressionen von der Fulda bei Ludwigsau-Mecklar

Eisimpressionen von der Fulda bei Ludwigsau-Mecklar

Bad Hersfeld
0|

Klirrende Kälte in Waldhessen

Klirrende Kälte in Waldhessen

  1. Ortslandwirte blicken nach Brüssel
  2. ZuBRA-Schülerwettbewerb zum Energiesparen
  3. Schwerer Unfall auf der A7 am Kirchheimer Dreieck

Meist gelesene Artikel

  • heute
  • letzten 7 Tage
  • letzten 30 Tage
Ein Herz für Tiefgekühlte

Bad Hersfeld. Über den Markplatz pfeift ein eisiger Wind. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad schlottern die Verkäufer auf dem Wochenmarkt vor Kälte. Bei Willi Schölzke und Brigitte Jansky kann man Natursauerteig-Brot aus dem Spessart kaufen. Aber auch das gefriert den Verkäufern beinahe in den Händen.Mehr...

Neid, Neid, Neid bei den Kollegen

Neid, Neid, Neid – das sei die Reaktion seiner Kollegen gewesen, als sie von Michael Schanzes Engagement bei den Bad Hersfelder Festspielen erfuhren. Unser Redakteur Karl Schönholtz sprach in Aachen mit dem Schauspieler und Entertainer über seine Rolle als Milchmann Tevje im Musical „Anatevka“.Mehr...

Strom der Amazonier

Bad Hersfeld. Mehrere hundert Saisonkräfte aus Spanien und Schweden hatte das Internetkaufhaus Amazon.de für das Weihnachtsgeschäft in den beiden Bad Hersfelder Logistikzentren eingestellt.Mehr...