Zweimal ausverkaufte Stiftsruine bei den Abschlusskonzerten der Festspiele

Doppelte Begeisterung

12029.08.1029.08.10|Bad Hersfeld|
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Bad Hersfeld. „Wir wollen über die Liebe philosophieren“, erklärte Ulli Meiß das musikalische Programm, das er mit dem Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg und dem Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule einstudiert hatte.

„Don’t cry for me Argentina“: eine schöne Erinnerung an das Erfolgs-Musical in der Stiftsruine. Marisa Linß und Eva Sippel waren hier die bejubelten Solosängerinnen. Die Klavierbegleitung übernahmen Anne Rill und Silke Pfannkuch. Fotos: Schmidl

„Don’t cry for me Argentina“: eine schöne Erinnerung an das Erfolgs-Musical in der Stiftsruine. Marisa Linß und Eva Sippel waren hier die bejubelten Solosängerinnen. Die Klavierbegleitung übernahmen Anne Rill und Silke Pfannkuch. Fotos: Schmidl

Zweimal „volles Haus“ am Samstag und am Sonntag, insgesamt 2800 Zuhörer, waren für ihn und alle Mitwirkenden auf der Bühne das schönste Geschenk. „Jeder von Ihnen ist für uns ein Ehrengast“, versicherte er seinem Publikum.

Ein letztes Mal

Den Hausherrn, Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, begrüßte er ein letztes Mal in seinem Amt, verbunden mit einem großen Dank für alles, was er für den Chor getan hat. Chor und Blechbläser gemeinsam eröffneten das Konzert mit „Also sprach Zarathustra“, bevor sich der wiederum stark verjüngte Chor mit einer Auswahl von wunderschönen, „liebenswerten“ Volksliedern präsentierte.

Sehr gefühlvoll „Der Abschiedsgruß“, eine Klasse für sich „Die Vogelhochzeit“ mit „Kyrieleis“ und „Band“. „Wir haben lange dran geübt“, verriet Ulli Meiß. Chor und Orchester haben sich überhaupt sehr intensiv auf dieses Konzert vorbereitet. Selbst am Freitag schlossen sie erst um 24 Uhr völlig durchgefroren die Tür der Stiftsruine zu.

Kein Wunder, dass einige Sängerinnen zur Rettung der Stimme dicke Schals um den Hals geschlungen hatten. Besonders der Regen machte bei den letzten Proben allen Beteiligten zu schaffen. Auch den Balletttänzerinnen der Tanzschule Fründ, für die der zauberhafte Auftritt bei „Die gute alte Walzerzeit“ im Grunde die Generalprobe war.

Das alles tat der herausragenden Qualität des Programms aber überhaupt keinen Abbruch, welches mit Klassikern wie „Hallelujah“ von Leonard Cohen, dem Dauerbrenner „Die Juliska aus Budapest“, mit „The Typewriter“ und dem schon traditionellen Auftritt der „Comedian Harmonists“ aufwarten konnte.

Alle Solistinnen und Solisten überzeugten mit sehr guten Stimmen und ihrem eindrucksvollen Gesang. Stellvertretend namentlich genannt sei Anne Rill, die bei „Adiemus“ eindrucksvoll den Solopart übernahm, und Tatjana Beyer, die mit viel Koketterie „In der Nacht“ vortrug. Die 16-jährige Jacqueline Hartwig und der zwei Jahre ältere Martin Kammandel wurden für ihr Duett bei „Lippen schweigen“ mit donnerndem Applaus belohnt - ein Ohrwurm, bei dem sie von den Blechbläsern begleitet wurden.

Tanz links und rechts

Diese begeisterten auch mit dem „Second Waltz“, einem „Gummi Mambo“, „Viva la Vida“ von Coldplay, „YMCA“ und weiteren Pop- und Rocksongs, bei denen die Chormitglieder rechts und links auf der Bühne tanzend die Stimmung anheizten.

Zwei volle Stunden lang schwelgten die begeisterten Zuhörer aller Altersklassen in Erinnerungen, denn es war für alle aus jedem Jahrzehnt etwas dabei. Mit dem Klassiker „Music“ von John Miles verabschiedeten sich Chor und Blechbläser und wurden mit stehenden Ovationen für ihre glanzvolle Leistung belohnt. Ein wahrhaft würdiger Abschluss der 60. Bad Hersfelder Festspiele.

Von Gudrun Schmidl

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