Über den richtigen Moment wird sich Volker Bouffier auch Gedanken machen müssen, wenn sein Innenminister Boris Rhein (CDU) am Sonntag die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt gewinnen sollte und eine Nachfolgeregelung gefragt ist. Denn bis Rhein das Kabinett verlassen würde, gingen noch einige Monate ins Land - Amtsinhaberin Petra Roth geht erst Anfang Juli.
Solange werde er jedenfalls nicht warten, flachst Bouffier auf der Weiterfahrt nach Wetzlar, wo der sportbegeisterte Ministerpräsident Turnstar Fabian Hambüchen und die erfolgsverwöhnten Rollstuhlbasketballer des RSV Lahn-Dill besucht.
Da an der Spitze des Innenressorts ein Jurist stehen soll, wird am häufigsten der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (52), genannt. Seinen derzeitigen Job, die Koordination der Regierungspolitik, macht er gut. Sie verschafft ihm zwar kaum Öffentlichkeit, ist aber von enormer Bedeutung für den Chef - was auch gegen einen Wechsel sprechen könnte. Mancher kann sich den Schöngeist Wintermeyer - er malt und spielt leidenschaftlich gerne Klavier und Orgel - auch nicht so recht vorstellen im Umfeld von Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz.
Unschöne Schlagzeilen
Eine Frau als Innenministerin wäre wenigstens ein kleiner Coup. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann käme infrage. Sie hat aber bei den Skandalen an der Privatuni EBS und Querelen an den Unikliniken in Bouffiers mittelhessischer Heimat wenig souverän agiert.
Der Sport ist übrigens auch im Innenministerium angesiedelt. Das müsste weder Wintermeyer noch Kühne-Hörmann sorgen, falls sie mit Sport weniger am Hut hätten. Im Zweifel, das wollte der Regierungschef gestern wohl zeigen, kümmert er sich gern.
Von Petra Wettlaufer-Pohl







