Kommentar zur A 44: Fledermäuse als Götter

Kommentar zum A44-Prozess: Fledermäuse als Götter

110.03.1010.03.10|Hessen|1 Kommentar
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Wäre ein Marsmensch in Leipzig gelandet und hätte seinen Kopf in den Saal des Bundesverwaltungsgerichts gesteckt - er wäre gleich wieder gestartet. Er wäre in den Wald geflogen, hätte sich eine Bechsteinfledermaus gesucht und sich vor ihr verneigt.

© dpa

Bechsteinfledermaus

Denn aus Leipzig wusste er: Die Fledermäuse sind die Götter der Menschen. Für sie wird alles getan.

Sie werden mit Sendern ausgestattet, damit man weiß, wo sie lang fliegen. Danach richtet sich dann das Leben unten auf dem Boden. Straßen werden nicht oder woanders gebaut, es werden extra Bäume gepflanzt und Grünbrücken gebaut. Und auch seinen Arbeitsrhythmus richtet der Mensch nach seinen Göttern aus: Ist die Fledermaus aktiv, wird nicht gebaut. Um ihren Schlaf nicht zu beeinträchtigen, dürfen keine Lastwagen fahren. Natürlich gibt es auch für Menschen Lärmschutzrichtlinien.

Aber wer untersucht eigentlich die Anwohner an der B7, die seit Jahren unter Lärm und Gestank leiden? Wer tut alles, damit sie sich wohlfühlen? Viele Menschen saßen im überfüllten Gerichtssaal. Der Marsmensch hätte sie wohl kaum beachtet. Über ihre Nöte wurde nicht geredet.

Von Frank Thonicke

Quelle: HNA Online

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