So war Gottschalks letzte "Wetten, dass..?"-Show
Vor seinen Abschiedsworten strahlte ihm in großen Leuchtbuchstaben aus den Publikum “DANKE THOMAS“ entgegen. Gottschalk dankte seinen Wettkandidaten und “in allererster Linie“ seinen Zuschauern: “Ich hab's für Sie gemacht, es war eine tolle Zeit, aber nur weil wir beide immer zusammengepasst haben.“
Er fügte hinzu: “Sie mit Ihren Ideen haben die Sendung am Leben erhalten und mir eine wunderbare Karriere ermöglicht.“ Er danke sogar “mit knirschenden Zähnen“ seinen Kritikern, die ihm immer was auf den Deckel gegeben hätten und mit nichts zufrieden gewesen seien, sagte Gottschalk. Denn sie hätten dafür gesorgt, dass er “den Hintern hoch gekriegt“ habe.
Zum Schluss sagte Gottschalk, er komme bald wieder - am 23. Januar startet “Gottschalk live“ im Ersten. “Herzlichen Dank! Gute Nacht! Es war eine tolle Zeit. Auf Wiedersehen!“
“Thomas, hör nicht auf!“
Es war die 199. “Wetten, dass..?“-Sendung seit dem Start im Jahr 1981 mit Frank Elstner und Gottschalks 151. in 24 Jahren. Der Moderator erschien mit schwarzer Smoking-Jacke und roter Schottenkaro-Weste und -Hose, seine Ko-Moderatorin Michelle Hunziker in einem goldenen Abendkleid und später im Bilderkleid mit allen Show-Outfits Gottschalks. Die Schweizerin, die nach Angaben des ZDF-Programmdirektors und künftigen Intendanten Thomas Bellut bei “Wetten, dass..?“ bleiben soll, zeigte sich wehmütig über den Abschied.
Sie schenkte Gottschalk zu Beginn der Show eine Torte mit kleinen Marzipan-Figur-Nachbildungen von ihnen beiden. Dann sagte sie ein Gedicht für ihn auf mit den letzten Zeilen: “Deine letzte Show / Ich freu' mich drauf / und ich sag' Dir / Thomas, hör nicht auf!“
Jauch will am Sonntag den mittelblauen Anzug von Gottschalk, kombiniert mit Boots in Leoparden-Optik, anziehen. Gottschalk hatte ihm dies bei nahezu jeder Wette des Abends als Wetteinsatz auferlegt. Aber alle Wettkandidaten gewannen, und Jauch wäre eigentlich davongekommen.
Gottschalks Sprüche
Gottschalk moderierte seine letzte Sendung völlig frei und verzichtete auf seine Moderationskarten. Auf seine lockeren Sprüche musste das Publikum aber natürlich nicht verzichten. „Es ist die allerletzte Sendung. Ich bin der letzte Clown, der noch unterwegs ist. Gaddafi ist weg, Berlusconi ist weg“, witzelte Gottschalk.
Gottschalks lustigste Sprüche aus "Wetten, dass..?"
Mit Saltos zum Wettkönig
Wettkönig wurde mit 44 Prozent der Stimmen der 21-jährige Daniel Langemeyer aus Mettingen mit 48 Turnern, die mit Saltos auf einen zwei Quadratmeter großen Tisch sprangen. Der 15-jährige Robin aus der Schweiz löschte in weniger als zwei Minuten 120 Teelichter mit der Zunge. Eine 23-Jährige aus Wülfrath ordnete jeweils einem Outfit Gottschalks das Sendedatum, die Stadt und die Nummer der Show zu. Ein Maurermeister aus Gladbeck erkannte WC-Fabrikate am Geräusch der Toilettenspülung, und eine Golferin konnte mehr Bälle in einen Basketballkorb werfen als ein Profi-Basketballer. Bei der Außenwette in Ischgl war Andreas Brewi (26) aus Regensburg mit seinem Mountainbike schneller sein als Snowboard-Olympia-Sieger Gian Simmen.
Wetten, dass..? mit Gottschalk: Tolle und dramatische Szenen
Die Wettpaten, durchweg Gottschalks Wunschgäste, bezeugten dem scheidenden Moderator ihre Reverenz. Dirk Nowitzki brachte ihm ein Basketball-Trikot der erfolgreichen Saison mit, Karl Lagerfeld einen persönlichen Outfit-Entwurf, Meat Loaf Blumen im Steingutkasten, Iris Berben gab ihm Handschellen zum Zeichen, dass er bleiben möge. Das wünschte auch Wolfgang Lippert, der neun Mal von 1992 bis 1994 “Wetten, dass..?“ moderiert hat und im Publikum saß.
"Wetten, dass..?"-Kritiken: "Ein bisschen wie immer"
Die Medien sind sich nach Thomas Gottschalks letztem Auftritt als “Wetten, dass..?“-Moderator einig: Es war eine klassische, bodenständige Sendung, wie man sie mit Gottschalk schon viele Male gesehen hat. “Es war ein bisschen wie immer: glamourös und familiär, lustig und langatmig zugleich“, schreibt die Süddeutsche.de auf ihrer Onlineseite. “Dabei war die Aufregung davor so groß gewesen wie nie.“
Spiegel.de fehlten die “großen emotionalen Momente“ und auch Welt.de vermisste ein wenig Pathos: “Hätte es nicht die kurzen Einspieler gegeben, die zwischendurch an außergewöhnliche Wetten oder denkwürdige Auftritte erinnerten - man hätte fast den Eindruck gewinnen können, spätestens Ende Januar würde es weitergehen mit Europas größter Unterhaltungsshow.“ Weiter heißt es dort: “Dann mit den Klitschkos, Barbara Schöneberger, Peter Maffay und Veronica Ferres. Und natürlich Gottschalk.“
Der Branchendienst Meedia.de schien bis zuletzt nicht so recht glauben zu wollen, dass die Sendung am Samstagabend wirklich die letzte von Gottschalk war: “Schluss. Aus. Vorbei. Thomas Gottschalk hat tatsächlich seine letzte “Wetten dass..?“-Sendung präsentiert“, heißt es dort. Das Fazit der Sendung ist positiv: “Es lag ein lange vermisster Hauch von Anarchie und Egal-Stimmung über dieser Show und das war gut so“, schreibt das Medien-Portal. “Das nahm den ganzen Popanz vom großen “Wetten dass..?“-Altar, den Heiligenschein und Bierernst, und führte die Sendung wieder zurück zu dem was sie war: pure Unterhaltung.“
Die Suche nach Gottschalks Nachfolger wird nach der Sendung nun verstärkt weitergehen. Einen kleinen Vorgeschmack auf personelle Alternativen lieferte der deutsche Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier in seinem Live-Ticker auf Spiegel.de: “Gottschalk erklärt einem Jungen aus dem Publikum, dass jeder diese Sendung moderieren könne und beweist dabei das Gegenteil. Man mache dabei testweise kurz die Augen zu und denke sich Johannes B. Kerner an diese Stelle. Brrrr.“
ZDF-Intendant Schächter: "Bleib, wie Du bist!"
Der scheidende ZDF-Intendant Markus Schächter schätzt an dem Showmaster Thomas Gottschalk nach eigenem Bekunden vor allem dessen Präsenz, Esprit und Spontaneität. Am Freund Gottschalk möge er dessen “Verlässlichkeit, Humor und menschliche Wärme“, sagte Schächter anlässlich der letzten Ausgabe der ZDF-Show “Wetten, dass..?“ mit Gottschalk als Moderator der “Bild am Sonntag“. “Bleib, wie du bist“, wünschte er Gottschalk und, dass er “für alles den richtigen Zeitpunkt“ finde.
dpa/dapd













































































































































































