Der kühle Wind weht leise Akkordeonklänge über den Münchner Nordfriedhof, mal traurig, mal beschwingt. Eine schwarz gekleidete Musikerin steht vor dem offenen Grab von Barbara Rudnik und verabschiedet sich von ihrer Freundin mit Liedern aus der Film-Tragikomödie "Alles auf Zucker". Die am vergangenen Samstag gestorbene Schauspielerin hatte sich noch kurz vor ihrem Tod diese Musik für ihre Trauerfeier gewünscht - Melodien, die gut zu der lebensfrohen Art passen, die Rudnik auch in ihrem vierjährigen Kampf gegen den Brustkrebs nie verloren hatte. "Sie hatte eine sehr starke Kraft, war sehr optimistisch und immer bereit, fröhlich zu sein", sagt der deutsche Charakterdarsteller Michael Mendl, einer der ersten Trauergäste an diesem sonnigen Freitagvormittag.
Bilder von der Trauerfeier
So wie die Münchnerin Helga Patzelt, der man ihre 71 Jahre nicht ansieht. Sie will sich mit einem Strauß gelber Rosen von Barbara Rudnik verabschieden. "Ich habe alle ihre Filme gesehen", sagt sie.
1982 hatte Rudnik in Beate Klöckners Film "Kopfschuss" ihren Durchbruch als Darstellerin. Beliebt wurde sie danach durch viele Rollen in Film und Fernsehen. 1995 spielte sie neben Götz George in dem Film "Der Sandmann", 1997 in Sönke Wortmanns "Der Campus". Außerdem trat sie in Fernsehserien wie "Polizeiruf 110", "Tatort" und "SOKO 5113" auf. "Ich habe ihre Art, ihre Ausstrahlung geliebt. Sie war für mich eine ganz tolle Frau", sagt Patzelt.
Als die Tore der Aussegnungshalle aufgehen und der mit weißen und rosaroten Pfingstrosen geschmückte weiße Sarg herausgetragen wird, steht die 71-Jährige in der ersten Reihe. Zusammen mit all den Prominenten geht sie zur Grabreihe 135, wo Rudnik unter einer alten Linde begraben wird. Der Boden ist mit bunten Rosenblättern übersät, farbenfrohe Kränze umrahmen die Grabstelle, melancholische Akkordeonmusik erklingt.
Schauspielerin Sophie von Kessel kann wie viele andere die Tränen nicht zurückhalten. Auch Hannelore Elsner, die in "Alles auf Zucker" die Hauptrolle spielte, ist tief bewegt: "Ich bin so traurig", sagt sie und putzt sich die Nase. "Aber es war ein würdiges, wunderschönes Fest für Barbara. Ich bin sehr froh, dass ich so von ihr Abschied nehmen konnte."


















































