Zu alt für die Liebe?

Von wegen! Viele Senioren entdecken die Liebe neu

Glücksgefühle, Sehnsucht und Schmetterlinge im Bauch- in jedem Lebensabschnitt kann Amors Pfeil treffen. Gerade die Beendigung der Arbeit und der Eintritt in den Ruhestand eröffnen vielen Menschen die Möglichkeit, auch in bestehenden Beziehungen die Liebe neu aufblühen zu lassen.

Festgefügte Normen weichen immer mehr auf und auch Senioren finden ihr Glück häufiger in verschiedens­ten Partnerschaftsmodellen.

Seltener als noch vor einigen Jahrzehnten bleibt man aus Gewohnheit zusammen, oder weil es sich „so gehört“. Eine glückliche Beziehung hat besonders für Menschen im Rentenalter eine größere Bedeutung gewonnen. Wenn die Kinder für sich selbst sorgen, die Arbeit ihren Stellenwert verliert und alltäglicher Stress wegfällt, kann sich im gemeinsamen Umgang einiges ändern: Man geht mit den Schwä­chen des Anderen gelassener um und kann womöglich dessen Vorzüge wieder besser wahrnehmen. Die gemeinsam bewältigten Höhen und Tiefen haben einen womöglich zusammengeschweißt. Aber auch der Wille, an Beziehungen aktiv zu arbeiten, hat bei älteren Menschen in den letzten Jahren stark zugenommen. Paartherapeuten berichten vom zunehmenden Wunsch, Konflikte offen anzusprechen und Lösungen zu erarbeiten. Allerdings nimmt auch die Zahl der Scheidungen langjähriger Ehen zu. Viele Menschen entscheiden sich, lieber allein zu leben, anstatt sich für den Partner zu „verbiegen“.

Im Gegenzug sind aber auch immer mehr Menschen im vorgeschrittenen Alter bereit, sich auf neue Beziehungen einzu­lassen. Dabei wird häufig zusammengezogen, aber auch getrenntes Wohnen zur Erhaltung wichtiger Freiräume setzt sich zunehmend durch. Fest steht, dass bei Menschen jeden Alters das Bedürfnis nach Nähe, Vertrauen, gemeinsamen Erlebnissen und Zweisamkeit besteht.

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