Von Generation zu Generation

Die Untergeiser backen nach traditionellen Rezepten ihr Brot gern selbst

Gekonnt schiebt Maria Roßbach mehr als 20 Brote in den großen Backhausofen. Mit 83 Jahren ist sie die älteste Bäckerin in Untergeis und hat ganze 60 Jahre Erfahrung vorzuweisen. Freundin Annemarie Dittmar greift ihr dabei seit gut fünf Jahren unter die Arme. Längst sind die beiden ein eingespieltes Team und jeder hat seine festen Aufgaben beim Backprozess.

Annemarie bereitet die Glut vor. „Wenn der Ofen nicht die richtige Hitze hat, werden die Brote nicht gut“, erklärt sie dabei. Maria verfrachtet danach mit routinierten Handgriffen die Brote mit dem langen Holzschieber bis in die hintersten Winkel des Ofens.

Backtafel gut gefüllt

Das traditionelle Backen spielt in Untergeis noch eine wichtige Rolle. Die „Backtafel“, auf der man das Backhaus reserviert, ist immer gut gefüllt. Für manche Tage sind sogar schon zwei Namen eingetragen. Etwa 30 aktive Bäckerinnen heizen regelmäßig das Backhaus ein. „Mehr als die Hälfte der Bäckerinnen sind jüngere Frauen, die das Backen von uns älteren, erfahreneren Backhausnutzerinnen gelernt haben“, verrät Maria Roßbach. „Heute ist zum Beispiel meine Tochter Gerda dabei, sie schaut mir seit zwei Jahren hin und wieder mal über die Schulter“, erklärt sie stolz.

Obstkuchen vom Blech oder Ploatz gibt es heute nicht. „Dann bleibt noch ein wenig Platz im Ofen, um Rippchen fürs Mittagessen zu machen. Die schmecken super, wenn sie im Backhaus zubereitet werden“, freuen sich Gerda und ihr Ehemann. Wenn den Broten im Ofen eingeheizt wird, ist die Arbeit aber noch lange nicht vorbei. Erst muss noch gespült und aufgeräumt werden.

Köstlichkeiten aus dem Backhaus werden auch beim Dorffest des Heimatvereins zu Pfingsten serviert. Dann kann man Brot, Schmandkuchen und Ploatz ofenfrisch genießen.

Von Carmen Knoth

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