Senioren sind gute Konsumenten

Industrie entdeckt zahlungskräftige Rentner

Ältere Menschen verfügen bereits heute über einen beachtlichen Anteil der Kaufkraft. Ihre Ausgaben betragen mit 316 Milliarden Euro jährlich fast ein Drittel der Gesamtausgaben für den privaten Konsum. Dieser Anteil wird bis 2050 rein demografisch bedingt mit 386 Milliarden Euro auf mehr als 41 Prozent der Gesamtausgaben steigen. Das ergab eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Lagen zuvor die gut verdienenden Mitt-Vierziger und die Jugend im Blickpunkt der Werbebranche, so fixiert sie sich im Zuge des demografischen Wandels zunehmend auf die 50-plus-Gesellschaftsgruppe der Senioren, die noch zahlungskräftig ist und ihren Fokus auf den Konsum konzentriert. In Anbetracht der zunehmenden „Vergreisung“ der Gesellschaft wächst diese Bevölkerungsgruppe rapide an und wird zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Der „moderne Alte“ unterscheidet sich dank des medizinischen Fortschritts und gewandelter Sozialstrukturen sehr von der vorausgegangenen Seniorengeneration: Körperlich und geistig fit, meist vorzeitig verrentet, möchte er die Früchte seines Arbeitslebens genießen und reisen, konsumieren und seine Freizeit sinnvoll verbringen. Hinzu kommt die Aufgeschlossenheit moderner Senioren gegenüber elektronischer Kommunikation. Opa und Oma surfen im Internet, bieten bei Online-Versteigerungen kräftig mit und bestellen in Onlineshops.

Die Kosmetikbranche umwirbt die ältere Dame und betont in der Werbung zunehmend das Recht auf Schönheit und Pflege im Alter. Reiseanbieter bauen die Nische der Seniorenreisen aus. Für die modernen Senioren wird eine Fülle an Erlebnismöglichkeiten geboten, die früheren Generationen verschlossen geblieben sind.

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