Empfehlungen der hessischen Energiesparaktion

Schritte zum Energiesparhaus

Altbauten haben einen Energieverbrauch, der im Vergleich mit modernen Standards teilweise um ein Vielfaches höher ist. Als Hausbesitzer kommt es darauf an den eigenen Verbrauch richtig einschätzen zu können um dann für sich die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Die folgenden Altbau-Seiten wollen Ihnen dabei helfen.

Das 10-Liter oder das 5-Liter-Haus

Ein typischer Altbau aus der Zeit vor 1978 hat einen typischen Heizenergieverbrauch von umgerechnet 20-25 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Bei Gasheizung sind es umgerechnet 20-25 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Das 10-Liter Haus ist der von der Hessischen Energiespar-Aktion festgelegte Mindeststandard. Als sinnvoller Ziel-Standard gilt für hessische Altbauten das 5-Liter Haus. Das 5-Liter-Haus lässt sich mit gebräuchlichen Wärmeschutzmaßnahmen und einer modernen Heizungsanlage erreichen. Der Verbrauch liegt dann bei umgerechnet 5 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr.

Schwachstellen von Bestandsgebäuden – ein Überblick

Die energetischen Schwächen von Bestandsgebäuden liegen vor allem in folgenden drei Breichen:

• Gebäudekörper (unzureichende Dämmung)

• Heizungssystem

• Warmwassersystem

Bevor Modernisierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden, ist es wichtig, sich einen generellen Überblick über Schwachstellen am Gebäude zu verschaffen, die sehr häufig im Zusammenhang mit dem jeweiligen Baujahr des Gebäudes stehen. Hier wird sehr schnell deutlich, dass bis weit in die 1970er Jahre hinein die Aspekte Repräsentation, Ästhetik, Wiederaufbau sowie Nutzerkonzepte oder Baukosten relevant waren. Erst mit den „Ölkrisen“ Mitte und Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind Instrumente zur Minimierung des Energieverbrauchs diskutiert worden. Es dauerte weitere Jahre, bis Versuchs- und Forschungsergebnisse in die Baupraxis einflossen und diese ab Mitte der 1980er Jahre auch umgesetzt und, auch durch gesetzliche Vorgaben, immer weiter verbessert wurden.

So treten energetische Schwachstellen in folgenden Bereichen auf:

• Entweder gar keine oder ungedämmte Bodenplatte

• ungedämmte Hausfassade

• ungedämmte Kellerdecke

• ungedämmte oberste Geschossdecke

• ungedämmter oder nach heutigen Maßstäben unzureichend gedämmter Dachstuhl

• zahlreiche Wärmebrü­cken

• Einfachverglasung, keine Isolierverglasung

• ungedämmte Rollladenkästen

• veraltete Heizungsöfen oder Brenneranlagen

• ungedämmte Heizwasserleitungen

• veraltete Heizkörper

• veraltete Warmwasserbereitung

• ungedämmte Warmwasserleitungen/Heizwasser­leitungen

Es ist immer empfehlenswert, Energiespar-Maßnahmen mit ohnehin anstehenden Erneuerungen zu verbinden.

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