Die schönsten Küsten der Welt

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Die schönste Küste der Welt: Experten gaben der Avalon-Halbinsel in Neufundland – hier Cape Spear – die meisten Punkte.

Das amerikanische Reisemagazin National Geographic Traveler hat die 99 schönsten Küsten der Welt wählen lassen. Eine Region in Nordamerika hat gewonnen, das Abschneiden der deutschen Küsten überrascht.

Der Geschmack von Salz auf der Lippe, das Rauschen der Wellen im Ohr, das Kribbeln des Sandes zwischen den Zehen – das ist Urlaub an der Küste. Mit dem Meer verbinden vor allem wir Binnenländer ganz besondere Urlaubsgefühle. Aber wo ist’s am schönsten? Dazu hat die amerikanische Reise-Zeitschrift National Geographic Traveler 340 Wissenschaftler, Tourismus-Experten und Reise-Spezialisten befragt.

Das Ergebnis ist eine Liste mit 99 Küsten rund um den Erdball. Bewertet wurden folgende Kriterien: der Zustand der Umwelt, die ökologische Qualität, die soziale und kulturelle Unversehrtheit, der Zustand historischer Gebäude und ggf. archäologischer Ausgrabungsstätten, die Ästhetik, die Qualität des Tourismus-Managements sowie die Zukunftsperspektive.

Gewonnen hat mit 84 von 100 möglichen Punkten die Avalon-Halbinsel in der kanadischen Provinz Neufundland. Die Mischung aus atemberaubenden Strandabschnitten, einsamen Buchten und malerischen Fischerdörfchen katapultierte den Landstrich am östlichsten Zipfel Kanadas auf den Spitzenplatz.

Zweiter wurde die Pembrokeshire-Küste in Wales vor der Tutukaka-Küste an der neuseeländischen Nordinsel (jeweils 80 Punkte). Es folgen Chilenische Fjorde, die Na-Pali-Küste auf der hawaiianischen Insel Kauai und die Batinah-Küste des Oman (je 79 Punkte).

Steilküste auf der Insel Rügen - die deutsche Ostseeküste ist einfach schön.

Ein erstaunlich gutes Ergebnis konnte die deutsche Ostseeküste verbuchen: Mit 62 Punkten liegt sie gleichauf mit Mauritius und einen Punkt vor der Costa Smeralda auf Sardinien, den Malediven und den Stränden von Abu Dhabi. Und ließ auch Santorin (60 Punkte), Teneriffa (58) und Mallorca (57) hinter sich.

Lobend erwähnt wurde von den Juroren, dass die Küste nach wie vor ihre Ursprünglichkeit erhalten konnte und touristische Entwicklungen relativ schonend erfolgten. Positiv bewertet wurden auch die historischen Städte, die gut erhalten seien, negativ vermerkt wurden die wenig ansehnlichen Plattenbauten aus der Ära des Sozialismus. Die durchaus vorhandenen touristischen Auswüchse und Bausünden der letzten Jahre haben letztlich eine bessere Platzierung verhindert.

Die Auftraggeber weisen darauf hin, dass bei dieser Liste trotz der Vielzahl von Experten und deren Wissen durchaus eine Menge subjektiver Eindrücke in die Bewertung eingeflossen seien. Das sei, so National Geographic Traveler, wie bei einem Urteil der Kampfrichter bei Olympia, wo auch eine Mischung aus messbaren Fakten, Stil und Ästhetik für die Vergabe des Edelmetalls sorgen. Und mit dem olympischen Gedanken „dabei sein ist alles“ sollten all die weniger gut bewerteten Küsten-Ziele optmistisch in die Zukunft blicken und die Liste als einen Anreiz zur Verbesserung sehen.

Volker Pfau

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