Das Gebäude der Zukunft!

Auf dem Weg zum Passivhaus-Energiekonzept

Prof. Ludwig Rongen stellt am Mittwoch, den 27. Oktober um 19 Uhr in der Stadthalle mögliche Gebäudekonzepte vor.

Sogenannte Passivhäuser werden 2020 im Neubau der energetische Standard schlechthin sein. Doch was sind Passiv-Häuser? Unter einem Passivhaus wird in der Regel ein Gebäude mit einer Lüftungsanlage verstanden, welches aufgrund seiner guten Wärmedämmung und einem Heizwärmebedarf von max. 15 kWh je m2 im Jahr keine klassische Heizung benötigt (vergleichbar mit 1,5 Liter Öl je m2 im Jahr).

Diese Häuser werden „passiv“ genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten. Das Ergebnis ist eine positive Raumwahrnehmung, gekoppelt mit einem niedrigen Energieverbrauch. Die Bauweise ist nicht auf bestimmte Gebäudetypen beschränkt. Es ist auch durch Umbauten und Sanierungen möglich, diese Standards zu erreichen. Passivhäuser werden ab 2020 zum Standard im Neubaubereich. Im Bereich der Bestandsmodernisierung legen sowohl das Land Hessen als auch der Bund Wert auf die Umsetzung des sogenannten Niedrigenergiehausstandard, der aktuell im Neubaubereich bereits selbstverständlich ist. In Bad Hersfeld wurde bisher ein Passivhaus erbaut, ein weiteres ist aktuell in der Projektierung. Der Niedrigenergiehausstandard wurde bereits vor 20 Jahren in Bad Hersfeld erstmals erfolgreich umgesetzt. „In Serie“ wurden diese Ende der 1990er Jahre am Johannesberg errichtet.

Der Vortrag von Prof. Ludwig Rongen gibt zu Beginn eine Einführung zur zentralen Frage: Warum Energie sparen? Er zeigt auf, wie die Energiekostenentwicklung und die Klimaveränderung das eigene Wohnen als Mieter und Hauseigentümer beeinflussen werden. Auf dem Weg zum Passivhaus erläutert der Erfurter Professor und Initiator des bundesweit einzigartigen Master-Studiengangs Passivhaus+ inwieweit dieser Gebäudestandard die konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses ist.

Weiterhin geht er anhand von vielen praktischen Beispielen auf die zentralen Fragen ein, wann Passivhäuser sich rechnen und zeigt auf, dass die Gebäude auch stilistisch schön und ansprechende Grundrisse umsetzbar sind? Denn der Anspruch eines Passivhauses ist und bleibt das Wohnen mit bestmöglicher Behaglichkeit, also der Anspruch, dass sich der Bewohner schlicht am wohlsten fühlt. Und das ohne Heizung mit Heizen mit eigener Körperwärme!

Zu guter Letzt schaut Prof. Rongen voraus. Unter dem Titel „Zukunftskonzepte für den kommunalen Gebäudebestand – Die energieeffiziente Kommune am Beispiel der Stadt Baesweiler“, zeigt er den Weg einer Kommune hin zu einer Energiespar-Stadt auf. Die Stadt Baesweiler mit ca. 28.000 Einwohnern ist von der Struktur sehr gut vergleichbar mit Bad Hersfeld.

Der Vortrag soll Ideen liefern, wie auch in und um Bad Hersfeld mit Weitblick und Pragmatismus möglichst Gebäudekonzepte entwickelt werden, die eines zeigen: Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Erschwinglichkeit müssen Hand in Hand gehen. Die Veranstaltung ist kostenlos. Herzlich eingeladen sind insbesondere Hauseigentümer und Mieter, Architekten und Ingenieure, Handwerkerschaft, Banken und Energieversorger. Es laden ein die Kreisstadt Bad Hersfeld und der Architekten- und Ingenieursverein Bad Hersfeld e. V.

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