Modellbahn im Großformat

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Sogar ein Haus mit Brandschaden im Dachstuhl steht auf dem Eisenbahnareal und geben der Anlage so eine zusätzliche Originalität.

Obwohl dort, wo Georg Bless in der Gemeinde Philippsthal wohnt, kein Zug vorbeikommt, ist unverkennbar das Geräusch einer fahrenden Dampflok zu hören. Der Blick in den Garten löst das Rätsel. Denn dort fährt gerade ein etwa 20 Zentimeter langes Modell mit drei angehängten Wagen über eine weit verzweigte Gleisanlage.

Garteneisenbahn wird diese Größe auch genannt und hat einen verkleinerten Maßstab von 1:22,5 zum Original. Etwas weiter hinten kommt gerade ein Diesellokomotive mit Waggons aus der Tunnelröhre gefahren, und vor einem Bahnhof wartet derweil ein Schienenbus.

Um die 10 Züge kann Bless zur gleichen Zeit auf der 270 Meter langen Gleisanlage fahren lassen. Die Steuerung kommt aus einem Kasten voll mit Elektronik, die wiederum von einer drahtlosen Fernbedienung ihre Befehle erhält. Die Weichen haben jeweils eine eigene Nummer und werden über die stromführenden Schienen verstellt. Trotzdem sind zur Sicherheit noch einmal Kabel dorthin verlegt. So wie die Dampflok, geben auch die anderen Züge Fahrgeräusche ab. Begonnen hat Georg Bless, der schon als Kind mit einer Modelleisenbahn im H0-Format spielte, vor fünf Jahren. Mit der Hangfläche des Gartens hinterm Haus war sonst so richtig nichts anzufangen. Deshalb wurde er terrassiert und für den Bau einer Eisenbahnanlage hergerichtet. Zur Stabilisierung dienen große Bruchsteine. Verschiedene Ebenen machen zudem eine serpentinenartige Streckenführung möglich und erhöhen so den Reiz der Anlage. Danach wuchs das zunächst nur etwa vier mal fünf Meter große Streckennetz mit damals 30 Meter Schienen im Wortsinn Zug um Zug bis zur heutigen Ausdehnung. Und dabei ist noch kein Ende abzusehen. Um den Aufbau der Technik kümmert sich Georg Bless als gelernter Elektriker selbst. Auch die digitale Ansteuerung der 20 Weichen hat er selbst programmiert. Gleichfalls ist das Biegen der Schienen mit einem speziellen Biegegerät kein Problem für ihn und ermöglicht so die Anpassung verschiedener Kurvenradien. Für den Kauf von Material besucht er Messen und Ausstellungen.

Obwohl er schon 15 Loks und unzählige Wagen in seinem Depot hat, wird die Ausrüstung immer mal wieder ergänzt. Gegenwärtig hat die Bepflanzung das besondere Augenmerk des Hobbyeisenbahners, der sich nach seinem nicht allzu fernen Einritt in den Ruhestand noch intensiver um seine Anlage kümmern will.

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