Kunst ist seine Berufung

Maler Bernd Weyland aus Wippershain lebt und arbeitet unter einem Dach

Hier in Wippershain ist mein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt“, beschreibt Bernd Weyland seine eigene Wahrnehmung. Es war Zufall, dass er vor rund fünfundzwanzig Jahren von dem zum Verkauf stehendem Fachwerkhaus erfuhr, zu dem auch noch eine ehemalige Schmiede gehört. Ein Glücksgriff, wenn man bedenkt, dass er dort als Künstler optimale Arbeitsbedingungen vorfindet.

In dem inzwischen aufwändig renovierten Haus mit rot gestrichenen Fachwerkbalken ist genügend Platz für ein Atelier und die Räumlichkeiten der Schmiede nutzt Weyland als Kreativwerkstatt für seine Metallarbeiten. „Es ist nicht einfach, von Kunst zu leben“, gibt er zu, um im gleichen Atemzug zu versichern, dass ihm die künstlerische Freiheit sehr viel mehr bedeutet als die finanzielle Sicherheit in einem anderen Beruf. „Ich habe immer schon versucht, Kunst zu machen“, erzählt der in Helsa bei Kassel geborene Maler und Bildhauer aus seinem Leben. Nach seinem Studium an der Werkkunstschule in Wuppertal studierte er Theologie und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Es folgte eine Ausbildung zum Schlosser, mit der er einen weiteren Grundstein für sein späteres künstlerisches Schaffen legte. Studien- und Arbeitsaufenthalte führten ihn in die USA, nach China, Ägypten und Afrika. Sein Lieblingsland bis heute ist jedoch Schweden, in dem er jedes Jahr drei bis vier Monate im eigenen Ferienhaus verbringt. „Von Haus aus bin ich Maler, die Bildhauerei ist dazu gekommen“, erzählt Bernd Weyland, der zu den Gründungsmitgliedern des Bad Hersfelder Kunstvereins gehört. Im Jahresprogramm des Vereins bietet er einen Bildhauer-Workshop auf Schloss Neuenstein und einen Malkurs in der Fröbelschule an. In zahlreichen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen zeigte er seine Arbeiten, die er als Annäherungen an das Unsichtbare bezeichnet. Gegenstand seines Interesses ist das Material, mit dem er arbeitet: Stein, Holz, Erde, Gras, Metall, Farbe, ihre Form und Textur. Ein eher künstlerischer Spielplatz für ihn ist die Verwendung von Eisenschrott als Quelle von Assoziationen. „Dass dabei immer wieder mein Bild vom Tier entsteht, liegt unter anderem daran, dass ich in ihrer Physiognomie und ihrem Habitus schon immer ihre Verwandtschaft mit den Menschen wahrgenommen habe“. Zu seinen tierischen Kunstwerken gehört die Skulptur „Herr und Frau Ziege“ mit dem Arbeitstitel „Ehrengäste“, die sich in Sichtweite der Stiftsruine über herausgeputzte Festspielprominenz lustig macht. Nicht weit davon entfernt auf der grünen Wiese ziehen fünf von ihm geschaffene Eisenstühle alle Blicke auf sich. Einige seiner Kunstwerke zieren auch Haus und Garten, das er gemeinsam mit seiner Frau Renate, die als Spiel- und Theaterpädagogin tätig ist, bewohnt.

Von Gudrun Schmidl

Kommentare