Fragwürdiger Symbolismus

Thema: „Vandalismus im Stift“, Zwischen den Zeilen, HZ vom 8. September - Auf die Gefahr hin, mit „Vandalen“ und „Kriminellen“ in einen Topf geworfen zu werden, möchte ich mir erlauben, zur Geschichte mit der Geschichte und den Königstatuetten im Stift ein paar Worte zu verlieren.

Hinter der zu stellenden Frage, was die in weiß idealisierten Könige in Hersfeld eigentlich gemacht haben, steckt dieselbe Überlegung, wie schon in einem anderen Fall von geschichtsrevisionistischem black-out, wie wir ihn schon beim Thema Straßenumbenennung auf dem Tableau hatten, eine unter Multiplikatoren offenbar weit verbreitete Unfähigkeit, deutlich Position gegen Gewalt und Gewaltverherrlichung zu beziehen, obwohl solche (Position) zum demokratischen Konsens gezählt werden muss. Da werden, wie in Lokalmedien reichlich verfolgt werden kann, lieber Standpunkte vertreten, die vor wesentlichen Zusammenhängen, nicht weniger als zynisch bezeichnet werden müssen. Was also haben die Herren Könige hier in Hersfeld gemacht? Weil es leider nicht allzu gut dokumentiert ist, dürfen wir kaum mehr als vermuten, dass sie das getan haben, was in diesen und anderen Zeiten weit verbreitet war. Es wurde Krieg geführt, im Namen des Christentums und mit dem Zweck Geld und Macht zu erweitern. (z. B. sogenannte Sachsenkriege)

Zu stellen die Fragen, wie hoch denn die Opferzahlen waren, wieviele Siedlungen und Städte dem Boden gleichgemacht wurden? Worin soll der tatsächliche Vorteil des kriegerischen Handelns bestanden haben? Wie soll ich mich als Herschfeller positionieren, wenn ich davon ausgehen muss, dass es - wie immer - die einfache Bevölkerung gewesen sein dürfte, die das jahrhunderte andauernde Streben dieser Könige nach „Ruhm“ und Geld, mit Hunger und Blut bezahlt haben. Wenn Lokalpolitiker und Medien glauben wollen, solche Fragen allein mittels -stark diskussionswürdiger Symbolsetzung von angeblicher „Größe“ von - im Gegenteil sehr wahrscheinlichen Massenmördern, einfach umschiffen zu können, muss ich an dieser Stelle den Vorwurf plazieren, dass man sich unter Einreihung in solchen Symbolismus nicht der Realität entziehen kann, die in diesem Zusammenhang die revisionistische Billigung von Krieg für Religion und Geld wäre. Darum abschließend und nicht zuletzt die Fragen, wieviel man bereit war an Geld für diese Comic-Figuren auszugeben und wer es denn ist, der gut an diesen Aufträgen verdienen dürfte? Wir möchten den Vorschlag unterbreiten, dieses Geld zu nehmen, um historische Untersuchungen zu finanzieren, um herauszubekommen, wie Hersfeld ausgesehen hat, bevor Christen ihre Religion in diesen Breiten mit Gewalt verbreiteten. In HR, KS, WAK passiert da viel mehr.

Peter Braun
Oberdorf 2
Bad Hersfeld

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