Kontakt der Generationen - Ältere Menschen unterstützen die Familie als Babysitter

In der Presse werden sie als „Leih-Omas“ und „Leih-Opas“ bezeichnet. Vielleicht ist dies kein ganz glücklicher Begriff für eine wichtige und innovative Dienstleistung, die beiden Seiten zugute kommt.

Einige Vermittlungs­dienste verwenden lieber die Begriffe „Paten-Oma“ oder „Ersatz-Opa“. Neben den sozial wünschenswerten Kontakten zwischen den Generationen wird gleichzeitig ein verantwortungsbewusster Babysitter vermittelt. Doch un­abhängig vom gewählten Namen stellen sich diese Betreuungsdienste einem Kernproblem moderner Gesellschaft: Immer weniger Kinder erleben im Aufwachsen ihre Großeltern und vielen Senioren fehlt der Kontakt zu den Enkeln.

Den generationenübergreifenden Familienverband im gleichen Haus oder zumindest in Wohnortnähe gibt es kaum noch. Wenn die Großeltern noch leben, dann wohnen die jungen Familien häufig weit entfernt von ihnen, so dass die selbstverständliche Begegnung im Alltag und eine gegenseitige Unterstützung nicht mehr möglich sind. Eltern erinnern sich jedoch an die eigenen Erfahrungen mit ihren Großeltern und erkennen, wie wichtig diese Begegnung zwischen den Generationen für ihre Kinder wäre.

Und auch die älteren Menschen haben Sehnsucht nach ihren Enkeln und nach der Lebensfreude, die Kinder vermitteln können. Dieses Grundbedürfnis nach Generationenbegegnung haben auch viele Seniorenbüros, Verbände und engagierte Einzelpersonen erkannt und in den letzten Jahren boomen die so genannten Großeltern-Dienste und Vermittlungsstellen für Patenomas und -opas. Damit soll ersatzweise ein Kontakt zwischen sich ursprünglich fremden Familien geknüpft werden. Diese Verbindung kann bei einer po­sitiven Entwicklung zu einem familienähnlichen Zusammenhalt führen, so dass eine generationenübergreifende Form des Babysittings entsteht.

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