Zu Fuß durchs Mittelalter

Historischer Stadtrundgang: Der Hersfelder Geschichte auf der Spur

Bad Hersfeld ist geschichtsbewusst und stolz auf seine Geschichte. Die gut erhaltenen Stadtmauern, die gotische Kirche, die mittelalterlichen Fachwerkhäuser und das historische Rathaus mit den Renaissance-Giebeln sind Zeugen einer großen Vergangenheit und prägen zusammen mit den Bauten des neuen, modernen Bad Hersfeld ein Stadtbild von seltener Harmonie.

Um diese lebendige Stadt besser kennen zu lernen oder auch Gästen zu zeigen, empfiehlt sich ein Rundgang durch die Geschichte. In der Tourist-Information erhalten Sie den Flyer mit der Wegbeschreibung und auch audio-guides, die Sie auf Deutsch und Englisch auf Ihrem Weg begleiten.

Der Historische Rundgang beginnt am Marktplatz (1) mit seinen steinernen Patrizierhäusern aus gotischer Zeit. Mit ihren Renaissance-Giebeln sind sie, wie auch die gegenüberliegenden Fachwerkhäuser, Zeugnisse der letzten Baublüte des Hersfelder Klosters.

Doppelkreuzen folgen

Von diesem Startpunkt aus folgen Sie den gelben Doppelkreuzen auf den Straßen, die Sie zu den interessantesten und schönsten Ecken Bad Hersfelds führen. Vom Marktplatz aus geht der Weg zu den beiden Nordschulteichen (2). Sie sind Reste des früheren Stadtgrabens. Der Rundweg bringt Sie nun in die Anlagen hinter der Stiftsruine zum das Vitaliskreuz (3). Es markiert die Stelle, an der die Bürger in der Vitalisnacht des Jahres 1378 einen feindlichen Angriff abwehren konnten.

Die berühmteste Sehenswürdigkeit Bad Hersfelds ist die Ruine der Stiftskirche, die größte romanische Kirchenruine der Welt (4). Sie ist weit über die Grenzen unseres Landes bekannt als Spielstätte der Bad Hersfelder Festspiele. Es ist nicht nur die Qualität des Theaters, sondern insbesondere die Aufführungsstätte, die den Festspielen ihren Ruf als eine der führenden deutschsprachigen Schauspielbühnen eingebracht haben.

Das Museum neben der Stiftsruine und der Kapitelsaal des alten Klosters laden zu einem Besuch ein.

Der weitere Rundgang durch den Stiftsbezirk bringt Sie zum Südtor (5), das 1980 wiederentdeckt und ausgegraben wurde, zum Katharinenturm (6), in dem Deutschlands älteste datierte Glocke, die Lullusglocke, hängt und zum Linggdenkmal (7). Dieses Denkmal erinnert an den badischen Oberstleutnant, der 1807 die Stadt vor dem Niederbrennen durch napoleonische Truppen rettete.

Durch die moderne, neugestaltete Fußgängerzone gelangen Sie nun zur gotischen Stadtkirche (8), deren wuchtiger Kirchturm das Wahrzeichen Bad Hersfelds ist, zum Küsterhaus (9), dem ältesten Fachwerkhaus der Stadt aus dem Jahre 1452, und dem Rathaus (10). Der schmucke Bau war ursprünglich gotisch (1371), erhielt bei einem Umbau 1607 bis 1612 seine Renaissance-Giebel.

Entlang schicker Geschäfte in der Fußgängerzone führt Sie der Rundweg nunmehr zum Baumeisterhaus (11), mit seiner geneigten Fassade eines der ungewöhnlichsten Fachwerkhäuser der Stadt. Vor sich sehen Sie das Stadthaus zwischen Klausturm (12) und Pulverturm als sichtbares Zeichen einer gelungenen Symbiose alter und neuer Bauart.

Dudenschule und Museum

Durch die Badestube und das Kettengässchen folgen Sie den gelben Doppelkreuzen zum Neumarkt und erblicken die Konrad-Duden-Schule (14). Einst eine alte Klosterschule trägt sie heute den Namen ihres berühmtesten Direktors (1876-1905). Das Konrad-Duden-Museum nebenan gibt einen Einblick in das Schaffen Dudens während seiner Zeit in Bad Hersfeld. Wenn Sie der Straße folgen, entdecken Sie die Luisenschule (15), das ehemalige Lyzeum, die die Baukunst des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Von hieraus gelangen Sie zum Brink. Das bemalte Haus (16) an diesem Platz mit seiner täuschend echt wirkenden Fassade hat schon so manchen Besucher überrascht.

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