Heike Salzmann leitet ein VW Autohaus in Bad Hersfeld mit über 50 Mitarbeitern

Inmitten der großen Autofamilie

Im Berufsleben von Heike Salzmann dreht sich alles um Autos, ihr Arbeitsplatz ist umgeben von schönen, neuen Fahrzeugen, zur Zeit alle in den Trendfarben silber, schwarz und blau. Seit dem Tod Ihres Vaters im Jahre 2009 ist sie alleinige Inhaberin des gleichnamigen VW Autohauses in Bad Hersfeld und somit Chefin von über 50 Mitarbeitern.

Ihr zur Seite steht seit Ende 2011 Daniel Pfeiffer als Geschäftsführer. Zum Portfolio des Autohauses gehören die Marken VW PKW und VW Nutzfahrzeuge sowie ein Servicevertrag der Marke Skoda.

Von der Pike auf gelernt

Gelernt hat die gebürtige Hersfelderin Ihren Beruf von der Pike auf. Nach dem Abitur und einem zweijährigen Studium an der Dolmetscherschule in Würzburg, entschied sie sich in den väterlichen Autohandel einzusteigen und statt den Duft der großen, weiten Welt lieber Benzin zu schnuppern. Nach der Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel folgten „Lehrjahre“ in verschiedenen Autohäusern in ganz Deutschland, um Erfahrungen zu sammeln. 1988 kam sie nach Hause und arbeitete fortan im väterlichen Unternehmen mit. Heike Salzmann erinnert sich daran, dass es in ihren Anfangsjahren nur sehr wenige Frauen bei Veranstaltungen und Seminaren des VW-Konzerns gab, aber inzwischen wendet sich auch hier das Blatt und die Frauen rücken langsam nach. Sie mag auch die Frage nicht mehr hören, wie es ist in einer doch eher „männlichen Welt“ zu arbeiten. „Für mich ist es vollkommen normal, ich arbeite gerne mit Männern, weil sie sich klar und deutlich äußern und sagen, was sie denken“. Viel wichtiger sei es, dass man überhaupt miteinander kommuniziere, ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter habe und versuche, eventuelle Differenzen so schnell wie möglich zu klären.

„Ich erlebe leider immer öfter, dass Mitarbeiter gar nicht mehr als Menschen gesehen werden, sondern nur als Profitcenter, die möglichst problemlos funktionieren müssen“. Dies sei eine ganz gefährliche Entwicklung, denn der Kunde spüre sofort, wenn das Klima in einem Betrieb nicht stimme. „Stress und Hektik bestimmen unseren Arbeitsalltag ohnehin schon in hohem Maße, da muss wenigstens das Betriebsklima stimmen“, ist die Überzeugung der Geschäftsfrau. Sonst könne man eine so hohe Arbeitsbelastung gar nicht stemmen.

Großzügiger Anbau

Zurzeit erweitert das VW Autohaus Salzmann seinen Service und steckt mitten in der Bauphase. Ein ca. 840 qm großen Anbau schafft mehr Platz, mehr Komfort und vor allem mehr Kapazitäten, um die Kunden schneller bedienen zu können. „Mit diesem Projekt gehen wir wieder einen Schritt in Richtung Zukunft, um unsere Kunden noch optimaler bedienen zu können“, erläutert Heike Salzmann.

Integriert in den Anbau wird ein großes Reifenhotel, um die Räder der Kunden fachgerecht einlagern zu können, da auch in diesem Bereich die Nachfrage stetig steigt. Außerdem entstehen weitere Arbeitsplätze für die normale Mechanik und eine neue Lackiererei, um auch hier technisch auf dem neues­ten Stand zu sein. Sicherlich wird das nicht die letzte Veränderung im Autohaus Salzmann gewesen sein, denn jeder Tag bringt neue Herausforderungen und auch der Automobilhandel unterliegt einem ständigen Wandel. Auflagen der Hersteller müssen umgesetzt, interne Strukturen überdacht und Abläufe ständig verbessert werden. „Da ist es von Vorteil, wenn man auf einen langjährigen, treuen Mitarbeiterstamm zurückgreifen kann, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und mitzieht“, freut sich die Unternehmerin.

Gutes Team ist wichtig

Stabilität und Vertrauen seien überhaupt die Voraussetzungen für den geschäftlichen Erfolg und genauso wichtig für das Privatleben. Unterstützt wird die Mutter einer fünfzehnjährigen Tochter von Oma und Ehemann, so dass auch der Alltag problemlos klappt. „Ohne gutes Team - sei es im Beruf und oder im Privatleben - klappt es eben nicht und da bin ich sehr froh, dass ich Menschen um mich herum habe, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann“. Aber das sei wohl übertragbar auf das Leben jeder berufstätigen Mutter - egal ob selbstständig oder angestellt.

Von Birgit Kimpel

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