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Eine Familiengeschichte geht zu Ende – Klaus Fröhlich schließt nach 40 Jahren sein Autohaus in Dörnberg

Ein Auge lacht, das andere weint

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Auf dem Hof und in der Werkstatt ist es still geworden. Klaus Fröhlich knipst das Licht in seinem Büro aus. Ein Stück Familiengeschichte geht damit zu Ende – nach 40 Jahren. Klaus Fröhlich hat die Türen seines Autohauses in der Wolfhager Straße in Dörnberg geschlossen.

Klaus Fröhlich

© Skrzyszowski

Der Hof und der Ausstellungsraum sind leer: Klaus Fröhlich hat sein Autohaus geschlossen. Nun räumt er auf und kümmert sich um den Verkauf der Immobilie.

„Dieser Moment war hart. Der Betrieb ist mir nach einer so langen Zeit ans Herz gewachsen“, sagt Fröhlich.

Der 64-jährige Kraftfahrzeugmechanikermeister hatte zuletzt eine freie Servicewerkstatt für alle Marken. Es lief gut. Auch Autos der Marken BMW, Audi, Volkswagen und Opel rollten auf den Hof. „Im Oktober 2011 gab es dann eine Entwicklung mit der wir nicht gerechnet hatten“, sagt Klaus Fröhlich.

Das Volkswagen-Werk in Baunatal suchte über tausend neue Mitarbeiter. Zwei seiner vier Mechaniker haben die Chance genutzt und sind in das benachbarte Werk gewechselt. „Ich kann das verstehen. Ich hätte es genauso gemacht“, sagt der 64-Jährige. Geeignete Bewerber gab es nicht. Denn Klaus Fröhlich steht kurz vor der Rente und hatte für seinen Betrieb keinen Nachfolger. Sein Sohn arbeitet zwar auch in der Automobilbranche, ist aber als Automobilverkäufer in ein anderes Unternehmen gewechselt, als sich sein Vater dazu entschied, den Autohandel aufzugeben. „Wir hatten zuletzt einen Händlervertrag mit dem Hersteller Suzuki. Aufgrund von Vertragsänderungen und neuen Standards hätten wir ein größeres Firmengelände gebraucht“, sagt Fröhlich.

Interessenten aus China

Ein neues Autohaus wollten er und sein Sohn als potenzieller Nachfolger aber nicht bauen. Die Automobilbranche sei ein hartes Geschäft. Zu dem Zeitpunkt hat Klaus Fröhlich auch seine zweite Filiale – ebenfalls in der Wolfhager Straße – geschlossen und zum Verkauf angeboten. Interessenten gibt es. Einen sogar in China. Es ist Klaus Fröhlich nicht leicht gefallen, früher als geplant aufzuhören. Er geht den Schritt jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Seine Mitarbeiter haben alle einen neuen Job und „letztendlich war es für mich persönlich eine glückliche Fügung. Zu einem früheren Zeitpunkt hätte ich irgendwie weitermachen müssen“.

Sein Amt als stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung wird er zwar auch aufgeben, aber Langweile bleibt für den Hobby-Archäologen nach wie vor ein Fremdwort. Er hat nun mehr Zeit zum Forschen und zum Lehren. Denn in einem Moment der Traurigkeit klingelte plötzlich das Telefon – eine neue Aufgabe wartet auf den erfahrenen Automobilhändler. Zukünftig wird er seine Erfahrungen im Autohaus-Management als Dozent im Berufsbildungszentrum Kassel an den Nachwuchs weitergeben.

Einen Wunsch hat er trotzdem: „Ich würde mich freuen, wenn jemand hier auf meinem Platz weitermachen will. Das gäbe mir eine gewisse innere Zufriedenheit“, sagt Fröhlich. Zurzeit laufen Gespräche mit benachbarten Firmen und Existenzgründern. (Nina Skrzyszowski)

Quelle: HNA Online

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