Alle Achtung: Diese Tipps helfen gegen den Muskelkater

Das Zwicken vermeiden

Funktioniert nicht: Es ist ein Irrglaube, dass Muskelkater verschwindet, wenn man am nächsten Tag mit den gleichen Übungen weitertrainiert. Archivfoto: dpa

Meist zwickt und zwackt es erst am nächsten Morgen. Am Vortag hat man womöglich bei einem Umzug geholfen, ist drei Kilometer mehr gejoggt als sonst oder hat eine Sportart zum ersten Mal ausprobiert. Muskelkater wird von vielen als gar nicht so unangenehm empfunden, jedenfalls solange sich dieser Schmerz in Grenzen hält. Schließlich liefert er die genüssliche Gewissheit, über seine Grenzen gegangen und ordentlich etwas geleistet zu haben.

Doch muss der Weg zu Sportlichkeit und Muskeln zwangsläufig schmerzhaft sein? „Zum Training des Muskelwachstums ist Muskelkater nicht zwingend nötig“, erläutert Helge Knigge von der Deutschen Sporthochschule Köln. Für Untrainierte sei es aber kaum möglich, ihn zu vermeiden. Muskelkater bekommen aber keineswegs nur Anfänger. „Wenn ein professioneller Marathonläufer zum ersten Mal Squash spielt, wird er das am nächsten Tag als Muskelkater spüren.“ Denn diese Bewegung ist für ihn ungewohnt, die entsprechenden Muskeln sind nicht an die Belastung gewöhnt.

Massagen und heiße Bäder

Muskelkater spürt man etwa 12 bis 24 Stunden nach der Belastung, seinen Höhepunkt erreicht er nach 24 bis 48 Stunden. Spätestens nach vier Tagen ist der Schmerz wieder verschwunden. Maßnahmen gegen oder zur Vorbeugung von Muskelkater zielen in der Regel darauf ab, die Durchblutung der Muskeln zu steigern, um den lokalen Stoffwechsel anzuregen und den Heilungsprozess zu beschleunigen.

„Massagen, heiße Sitzbäder oder Duschen empfinden viele Sportler als angenehm. Ob sie tatsächlich helfen, ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt Knigge. Neben der Frage, ob Anwendungen wie heißes Duschen überhaupt wirken, gehen die Meinungen unter Sportmedizinern auch darüber auseinander, wann sie am besten wirken: Vor, unmittelbar im Anschluss oder mit zeitlicher Verzögerung von zirka drei Stunden nach der sportlichen Betätigung.

Weiter trainieren nicht empfohlen

Einige Menschen versuchen, den „Kater danach“ wegzutrainieren. Doch es ist ein irriger Volksglaube, dass Muskelkater verschwindet, wenn die gleichen Übungen, die ihn auslösten, am nächsten Tag wiederholt werden. „Davon kann ich nur abraten“, sagt Expertin Karen aus der Fünten. Der Muskel brauche ausreichend Zeit und Ruhe, um sich zu regenerieren. In der Regel reichen drei Tage Schonung aus. „Wer nicht ganz mit dem Training aussetzen möchte, kann leichte Übungen ausführen, wie locker laufen oder spazieren gehen“, sagt Knigge. Ob das Dehnen gegen Muskelkater hilft, ist unter Sportwissenschaftlern sehr umstritten. (dpa)

Von Cornelia Wolter

Quelle: HNA

Kommentare