Zeckenschutz für Reise und Urlaub

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In hohen Gräsern lauert Gefahr: Wer in Risikogebieten Urlaub macht, sollte sich im Vorfeld gegen die von Zecken übetragene Erkrankung FSME impfen lassen.

Ob Berge, Sand oder Wiesen und Seen: Jeder hat verschiedene Vorstellungen vom idealen Urlaubsziel. Eines jedoch ist klar: Urlaub soll Spaß machen – und nicht krank. In einigen beliebten Urlaubsregionen in und außerhalb Deutschlands gibt es Zecken.

Beim Stich der Spinnentiere können sich Reisende mit Erkrankungen wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis  (FSME) infizieren. Wer einer Erkrankung vorbeugen möchte, sollte sich gegen FSME impfen lassen.

Die durch Zeckenstiche übertragene FSME ist nicht nur in Deutschland eine Gefahr, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Nur Impfen schützt verlässlich vor FSME. Während bei Fernreisen eine Impfprophylaxe zum Standard gehört, wird die Gesundheitsvorsorge bei Urlauben im eigenen Land oder im europäischen Ausland häufig vernachlässigt. Dabei ist ein geplanter Urlaub an der frischen Luft - etwa beim Wandern, Radfahren oder Reiten - eine gute Gelegenheit, den Impfschutz gegen FSME überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen.

FSME-Gefahr besteht in Nord-, Mittel- und Osteuropa. In Österreich gibt es laut dem Centrum für Reisemedizin kein Bundesland, das FSME-frei wäre. In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion hauptsächlich in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, und seit 2014 auch in Sachsen. 

Zunahme von FSME in Europa 

Die Impfung empfiehlt sich bei Reisen in Endemie-Gebiete, in denen die Krankheit vorkommt. In Europa hauptsächlich in Südskandinavien, das südliche Deutschland, Teile des Balkans sowie Österreich, die Schweiz und die tschechische Republik. Mit Norwegen und Teilen von Dänemark sind in den vergangenen Jahren Regionen neu auf der FSME-Landkarte aufgetaucht. Auch in Osteuropa, besonders im Baltikum und Russland, Sibirien bis nach Nordchina, haben die FSME-Fallzahlen in den vergangenen Jahren zugenommen.

Die Ständige Impfkommission  (STIKO) am Robert Koch-Institut  empfiehlt die Impfung Personen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Entweder, weil sie dort leben oder sich kurzfristig aufhalten, so wie es im Urlaub der Fall ist. Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung bei Aufenthalten in Risikogebieten außerhalb Deutschlands.

Saisonaler Impfschutz 

Wenn kurzfristig ein Aufenthalt in FSME-Risikogebieten ansteht oder ein Schutz noch in den Sommermonaten erreicht werden soll, besteht die Möglichkeit einer so genannten Schnellimmunisierung. Ein saisonaler Impfschutz lässt sich je nach Impfstoff mit zwei oder drei Impfungen innerhalb weniger Wochen aufbauen. Die Impfberatung und die FSME-Impfung erfolgt beim Haus- oder Kinderarzt.

Personen, die in FSME-Gebieten in Deutschland wohnen, haben bei den gesetzlichen Krankenkassen einen Anspruch auf Kostenerstattung der FSME-Impfung. Viele deutsche Krankenkassen übernehmen zudem die Kosten für die Impfung bei Reisen in deutsche und ausländische FSME-Risikogebiete. Es empfiehlt sich, bei der eigenen Kasse wegen der Kostenübernahme nachzufragen. Und geimpft gegen FSME lässt es sich auch entspannter in den Urlaub starten. (nh)

Quelle: HNA

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