Mit Yoga zu mehr Balance

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Schulterstand: Diese Variante des Schulterstands, die Nellie Kleinewillinghöfer hier vorführt, ist eine der Stellungen aus dem Hormon-Yoga. Sie lenkt Energie in Hirnanhang- und Schilddrüse.

Hormon-Yoga – der Kurstitel klingt bizarr. Frauen, die ein solches Seminar bei Nellie Kleinewillinghöfer besuchen, spüren aber oft schon nach wenigen Übungsabenden eine Besserung: „Ich schlafe besser, habe weniger Hitzewallungen, fühle mich ausgeglichener“, schildern sie.

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Seit 2009 bietet die 58-Jährige Hormon-Yoga bei der Kreisvolkshochschule Waldeck-Frankenberg an. Der Kurs richtet sich vor allem an Frauen vor oder in den Wechseljahren. „Mit Hormon-Yoga können Frauen aktiv etwas gegen Wechseljahrsbeschwerden unternehmen und so eventuell die Einnahme künstlicher Hormone vermeiden“, sagt die Yogalehrerin.

Hormonspiegel sinkt

Der Hormonspiegel bei Frauen sinkt ab einem Alter von zirka 35 Jahren kontinuierlich, was unter anderem zu Osteoporose, Haarausfall, Verstimmungen oder Hitzewallungen führen kann. „Spezielle Hormon-Yoga-Übungen regen die natürliche Östrogenproduktion an und können die natürliche Hormonbalance wieder herstellen“, erläutert Nellie Kleinewillinghöfer. „Die Übungen können aber auch jungen Frauen helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen“, ergänzt die Yogalehrerin. Hormon-Yoga ist eine Form der Yogatherapie. Während im klassischen Hatha-Yoga der ganze Körper im Blickpunkt steht, gehen Stellungen in der Yogatherapie gezielt auf spezielle Probleme ein, zum Beispiel auf Rücken- und Schulterschmerzen – oder, wie hier, auf Wechseljahrsbeschwerden.

Kursteilnehmerinnen brauchen weder Vorkenntnisse noch müssen sie besonders gelenkig sein. Bei hohem Blutdruck oder hormonellen Erkrankungen sollten sie vorher mit ihren Arzt sprechen, sagt die Yogalehrerin.

Yoga-Stellungen

Grundlage sind Hatha-Yoga-Stellungen. Sie werden mit Atemtechniken verknüpft. Zum Beispiel der Blasebalg-Atmung: Im schnellen Tempo wird der Bauch beim Ausatmen zur Wirbelsäule gezogen, beim Einatmen losgelassen.

Energie zu den Eierstöcken

In der folgenden Atempause konzentrieren die Teilnehmerinnen mental Energie (Prana) auf einen Punkt und lenken sie in verschiedene Organe. „Je nach Übung wird die Hormon-Produktion in Hirnanhangdrüse, Schilddrüse, Nebennieren oder Eierstöcken durch diese Atmenlenkung aktiviert“, erläutert Nellie Kleinewillinghöfer.

Ein Kursabend beginnt mit Atemübungen, dann folgt die Übungsreihe Sonnengruß. Im Mittelpunkt steht die Kombination von Asanas (Körperhaltungen) mit energetisierenden Atemübungen. Zum Abschluss gibt es eine Tiefenentspannung (Yoga Nidra), in der die Yogalehrerin auch mit Affirmationen arbeitet. Die Frauen sagen sich Sätze wie „Ich bin völlig entspannt“ oder „Ich fülle mein Leben mit Freude“ – Sätze, die im Unterbewusstsein wirken können.

Regelmäßig Üben

Doch diese Affirmationen und gelegentliches Üben alleine reichen nicht. „Bei ausgeprägten Beschwerden ist tägliches Üben nötig“, betont die Yogalehrerin. „Und wichtig ist auch die richtige Ernährung.“ (mab)

Service: Vhs in Frankenberg, Telefon: 06451/728616

Hintergrund

Hormon-Yoga

Entwickelt wurde Hormon-Yoga in den 1990er-Jahren von der Brasilianerin Dinah Rodrigues, die Hatha-Yoga mit speziellen Energetisierungsübungen verband. Dinah Rodrigues dokumentiert Erfolge in ihren Kursen durch Fallberichte in ihrem Buch „Hormon-Yoga“. Unabhängige medizinische Studien zur Wirksamkeit von Hormon-Yoga liegen nicht vor.

Quelle: HNA

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