Xanthelasmen können Hinweise auf eine ernsthafte Herz-Kreislauferkrankung geben

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Beatrice J. aus Fuldabrück fragt: Mein Mann hat kleine gelbliche Pickel an den Augenlidern. Ein Bekannter riet ihm zum Arzt zu gehen, da sie ein Hinweis auf eine Herzerkrankung sein könnten. Was genau ist das nun eigentlich und was sollte mein Mann jetzt machen?

Diese Frage beantwortet Dr. Michael Donges, Hausarzt und Internist aus Kassel.

„Bei den gelblichen Ablagerungen an den Augenrändern handelt es sich um Xanthelasmen. Sie beinhalten fettartige Substanzen wie Cholesterin, die sich in die Haut einlagern und damit auf eine Fettstoffwechselstörung des Betroffenen hindeuten können.“ Meist treten diese rund um die Augen an den Lidern bis zum Bereich der Nasenwurzel auf. Die Xanthelasmen könnten somit bereits ein Hinweis auf eine Herz-Kreislauferkrankung sein, erklärt der Internist, da erhöhte Blutfette zur Arterienerkrankungen mit Folgen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können.

Deshalb rät er den Betroffenen auf jeden Fall zu einer erweiterten Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt, bei der die Abklärung eines solchen Risikos vorgenommen werden sollte. Bei der Untersuchung sollten neben Messungen des Blutdrucks, des Gewichtes und des Bauchumfanges dann mittels einer Blutuntersuchung die Cholesterin- und Triglyceridwerte festgestellt werden. Mit erweiterten technischen Verfahren wie Ultraschall können die Blutgefäße auf eine schon bestehende Erkrankung untersucht werden.

Eine mögliche Arteriosklerose (Verengung der Blutgefäße durch Ablagerungen), die zu Schlaganfällen und Herzinfarkt führen kann, werde so festgestellt, sagt der Arzt.

Xanthelasmen könnten in jedem Alter auftreten, erläutert Donges. Auch ein ungesunder Lebenswandel, Rauchen, fettes Essen und Übergewicht steigerten das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko des Patienten, ebenso die ererbte Veranlagung zu erhöhtem Cholesterin.

Bei der Behandlung komme es dann auch auf die jeweilige individuelle Situation der Betroffenen an, erläutert der Arzt. Ein junger Mensch mit dem Hinweis auf erhöhte Cholesterinwerte, bekommt dies oft schon mit einer gesünderen Lebensweise in den Griff, während bei den oben beschriebenen Risikopatienten mit Gefäßschäden eine medikamentöse Therapie notwendig wird. Dabei kämen zumeist Statine, so genannte Fettsenker, zum Einsatz.

Einer aktuellen dänischen Studie zufolge können Xanthelasmen auch ohne gleichzeitig erhöhtes Cholesterin Hinweise auf ein erhöhtes Infarktrisiko geben. Eine Untersuchung an 12 745 Menschen über einen Zeitraum von 22 Jahren zeigt, dass Menschen mit Xanthelasmen um die Augen ein um 48 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko und eine um 39 Prozent höhere Gefahr haben, an Herz-Kreislauferkrankungen zu leiden. Eine Abklärung beim Hausarzt sollte also in jedem Fall erfolgen.

Die Fetthöcker verschwinden nicht von alleine wieder, sie können aber vom Hautarzt entfernt werden. Durch Einsatz von Lasertechniken verringert sich dabei das Risiko bleibender Narben. Da die Entfernung der Xanthelasmen als kosmetische Behandlung gilt, wird sie von den meisten Krankenkassen nicht übernommen.

Quelle: HNA

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