Wieder ohne Hilfe anziehen

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Eine Reha ist nicht nur bei gebrochenen Knochen sinnvoll: Alten Menschen kann sie dabei helfen, selbstständig im Alltag zurechtzukommen. Einen Therapieplatz zu bekommen, ist aber oft kompliziert. Und nicht jeder Arzt kann Patienten überweisen.

Sie haben Mühe, aus dem Bett aufzustehen, können nicht mehr alleine gehen und vergessen immer mal wieder Termine. Pflegebedürftige Menschen sind im klassischen Sinne nicht rehabilitationsfähig. Das heißt: Sie können nicht ausreichend daran mitwirken, nach einer Erkrankung wieder ins gesellschaftliche oder berufliche Leben eingegliedert zu werden.

Von Carina Frey

Bei der geriatrischen Rehabilitation (Reha) gelten jedoch andere Maßstäbe. Die wichtigsten Fragen dazu im Überblick:

Was ist das Besondere an der geriatrischen Reha?

Die geriatrische Reha ist eine Sonderform der medizinischen Reha. Bei letzterer steht in der Regel eine Krankheit im Vordergrund: Nach einem Schlaganfall bekommen Patienten zum Beispiel eine neurologische Reha verschrieben, nach dem Einsetzen einer künstlichen Hüfte eine orthopädische.

Viele ältere Menschen leiden aber an mehreren Krankheiten gleichzeitig. „Das Besondere an der geriatrischen Rehabilitation ist, dass keine Indikation im Vordergrund steht“, sagt Norbert Lübke, Leiter eines geriatrischen Kompetenz-Centrums. Ein weiterer Unterschied ist, dass eine geriatrische Reha auch pflegebedürftigen Menschen offen steht.

Wie läuft die geriatrische Reha ab?

Am Anfang stehen Untersuchungen, um einen Überblick über die Beschwerden zu bekommen. Die Ärzte prüfen zum Beispiel, wie gut sich der Patient selbst versorgen kann, ob er Probleme beim Erinnern hat oder unter starken Stimmungsschwankungen leidet. Auf Basis dieser Informationen wird der Therapieplan erstellt.

An wen richtet sich eine geriatrische Reha?

Die Patienten müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Ein höheres Lebensalter – als Richtlinie gilt 70 Jahre und älter – und geriatrietypische Multimorbidität sind Voraussetzungen. Mit diesem Wortungetüm ist gemeint, dass der Patient an mehreren Krankheiten leidet und typische Altersbeschwerden hat, etwa gehbehindert und wenig körperlich belastbar ist oder viele verschiedene Medikamente einnehmen muss.

Bei über 80-Jährigen müsse nur eine schwere Krankheit vorliegen, sagt Manfred Gogol, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie.

Was ist das Ziel einer geriatrischen Reha?

Behinderungen oder eine Pflegebedürftigkeit sollen abgewendet oder beseitigt werden, Verschlimmerungen verhindert und mögliche Folgen gemildert werden, erklärt Jutta Herdemerten, Reha-Expertin bei der DAK Gesundheit. „Ziel ist der möglichst weitgehende Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität“, ergänzt Lübke. Das könne schon bedeuten, dass ein Patient nach der Reha wieder in der Lage ist, sich ohne Hilfe zu waschen, zu kämmen und anzuziehen.

Wie kommen Patienten an einen Platz?

Sehr häufig schließt die geriatrische Reha an eine Krankenhausbehandlung an. Diese sogenannte Anschlussheilbehandlung wird üblicherweise vom Krankenhaussozialdienst beantragt. Komplizierter wird es, wenn sich Patienten an ihren Hausarzt wenden. Denn nur Ärzte mit einer Zusatzausbildung dürfen eine Reha verordnen. Eine dritte Möglichkeit ist, dass der Medizinische Dienst der Krankenversicherung eine geriatrische Reha vorschlägt, wenn er jemanden wegen einer Pflegestufe begutachtet.

Der Reha-Antrag wird vom Kostenträger – in der Regel ist das die Krankenkasse – geprüft. Stimmt er zu, bekommt der Patient einen Bescheid, in dem die Dauer der Reha und eine Klinik genannt werden. Die geriatrische Reha findet selten ambulant statt. Meistens werden die Patienten in geriatrischen Abteilungen von Krankenhäusern oder in spezialisierten Einrichtungen behandelt. (tmn)

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Quelle: HNA

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