Wege aus der Sucht

Abgekapselt vom beruflichen und privaten Umfeld: Alkoholabhängige

Sucht und insbesondere Alkoholabhängigkeit zeigt sich viel differenzierter und versteckter als es unsere Vorurteile anbieten. Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft legitimiert und kulturell eingebunden.

Auf den Genuss von alkoholischen Getränken und die damit verbundene Wirkung, wie Lockerheit, Entspannung und Geselligkeit, möchte man nicht verzichten. Doch wenn aus einem zunehmenden Alkoholkonsum Probleme entstehen oder sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt, wird das Thema Alkohol zum Tabu.

Der Betroffene beginnt, seinen Trinkkonsum vor anderen zu verbergen und soziale Kontakte werden mehr und mehr gekappt. Im privaten und beruflichen Umfeld wird das Gespräch über das Suchtproblem vermieden. Man spricht eher über den Betroffenen als mit ihm. Die Suchterkrankung betrifft Menschen aus allen sozialen Schichten. Insbesondere leistungsbezogene Menschen mit hohen beruflichen Anforderungen sind mehr gefährdet als andere.

Das Tabu brechen

Daher gilt es, das Tabu der Alkoholabhängigkeit zu überwinden, damit schnelle Hilfe möglich ist, um körperliche und psychische Genesung voranzutreiben und den möglichen sozialen und beruflichen Abstieg zu vermeiden.Suchtkranke sind oft neben ihrer Leistungsbezogenheit auch gleichzeitig sehr gefühlvolle und einfühlsame Menschen. Diese Ressourcen gilt es zu nutzen beziehungsweise zu aktivieren.

Erfolgreiche Behandlung

Vorurteile revidieren, miteinander reden, hilfreiche Unterstützung annehmen – das sind die Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine Vielzahl von differenzierten Angeboten.

Im Kasseler Blaukreuz-Zentrum beispielsweise können sich Betroffene und Angehörige zum Thema Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit beraten lassen. Zudem kann über das Angebot von ambulanter, stationärer und tagesklinischer Behandlung informiert und die entsprechende Behandlungsform vorbereitet und umgesetzt werden.

Neben einer Beratungs- und einer ambulanten Behandlungsstelle unterhält das Blaukreuz-Zentrum in eine Fachklinik mit 35 Betten sowie eine Tagesklinik mit 22 Plätzen. Ein Wohnheim und das Angebot des Betreuten Wohnens stehen für suchtkranke Menschen ebenso zur Verfügung. (nh)

Quelle: HNA

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