"Waffe Antibiotika ist stumpf geworden"

Berlin - Infektionskrankheiten lassen sich wegen einer steigenden Zahl von Antibiotika-resistenten Erregern immer schwieriger behandeln.

“Die Waffe Antibiotika ist zunehmend stumpf geworden“, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Reinhard Burger, am Donnerstag in Berlin aus Anlass des Weltgesundheitstages. In diesem Jahr stehen Arzeneimittelresistenzen im Mittelpunkt des Aktionstages der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nach Ansicht Burgers ist die Entwicklung nicht aufzuhalten, wenn nicht jetzt gegengesteuert wird.

Das Bundesgesundheitsministerium, das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesbildungsministerium setzen sich daher gemeinsam dafür ein, die Antibiotikaresistenz zu verhüten und zu bekämpfen. Hauptursache der zunehmenden Resistenzen ist eine falsche Einnahme der Medikamente sowie Mängel in der Hygiene.

Gesundheitsminister Philipp Rösler sagte, wichtig sei zunächst eine Bestandsaufnahme sowie die Entwicklung von Bekämpfungsstrategien - etwa eine verstärkte Ausbildung des Fachpersonals für eine optimale Antibiotikatherapie. Die Industrie dürfe zudem auf diesem Gebiet nicht mit der Forschung nachlassen, forderte der FDP-Politiker.

Mit dem Weltgesundheitstag, der seit 1954 jährlich stattfindet, erinnert die Weltgesundheitsorganisation an ihre Gründung: Am 7. April 1948 trat die WHO-Verfassung in Kraft. An dem Tag soll jedes Jahr ein Gesundheitsthema von weltweiter Bedeutung in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden. Themen der vergangenen Jahre waren Infektionskrankheiten (2007), 60 Jahre WHO (2008), Katastrophenschutz (2009) und im vergangenen Jahr gesunde Städte.

dapd

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