Damit Karies keinen Platz mehr findet

Neben der routinemäßigen, halbjährlichen Kontrolle mit Zahnsteinentfernung gibt es viele weitere Möglichkeiten dem Zahnverlust vorzubeugen. Dazu gehört auch die Fissurenversiegelung.

Grundsätzlich gilt, dass Prophylaktische Leistungen bei Erwachsenen, also ab dem 18. Lebensjahr, nach der „Gebührenordnung für Zahnärzte“ zu berechnen sind. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen sie nicht. Privatversicherte Patienten haben im Rahmen ihrer Versicherung Anspruch auf diese Leistungen.

Während der Prophylaxe klärt der Zahnarzt über Neuerungen zur Kariesvorbeugung auf. Er stellt den Mundhygienestatus fest und gibt Tipps, wie man Karies und parodontalen Erkrankungen am besten vorbeugt. Sofern der Patient schon einmal zur Prophylaxe da war, kontrolliert der Zahnarzt den Übungserfolg und gibt weitergehende Ratschläge zur Mundhygiene zuhause. Zuletzt nimmt er eine lokale Fluoridierung mit Lack oder Gel als Maßnahme zur Verbesserung der Zahnhartsubstanz vor.

Sinnvoll ist außerdem eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung. Dabei werden die Zähne und die Zahnzwischenräume mit einem speziellen Salz-Wasser-Luftgemisch durch ausgebildete Prophylaxehelferinnen akribisch gereinigt. Sämtliche Beläge, zum Beispiel durch Rauchen, Teegenuss, Rotwein und so weiter werden beseitigt und so die „natürliche“ Zahnfarbe wiedergewonnen. Anschließend werden die Zahnoberflächen mit einer flouridhaltigen Polierpaste überpoliert und am Ende mit einem Flouridgel geschützt. Die Abstände dieser Privatleistung sind individuell festzulegen und werden mittlerweile auch von vielen „privaten Zusatzversicherungen“ übernommen.

„Eine weitere wichtige, oft vernachlässigte Leistung ist die Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen“, sagt Dr. Svend Frobel, Zahnarzt aus Kassel. Dabei geht es darum, tiefe Gruben auf den Kauflächen so zu verändern, dass sie abgeflacht werden, und die Bakterien sich somit nicht so leicht ansiedeln können. Außerdem können die Borsten der Zahnbürste effektiv reinigen. „Voraussetzung dafür ist ein kariesfreier Zahn ohne jegliche Füllung“, sagt Dr. Frobel.

Besonders interessant kann diese Behandlung für Kinder und Jugendliche vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr sein. Bei ihnen sind die so genannten „IP-Leistungen“ auch von der gesetzlichen Krankenkasse abgedeckt. „Nachgewiesen ist, dass die Kariesaktivität im jugendlichen Alter besonders hoch ist. Hinzu kommt, dass leider auch heute noch die Mundhygiene, besonders in dieser Altersgruppe, oftmals alles andere als optimal ist“, sagt Dr. Frobel.

Neben den eingangs genannten Leistungen wie Einfärben, Mundgesundheitsaufklärung und Fluoridierung ist auch die Zahnversiegelung von kariesfreien Fissuren und Grübchen der bleibenden (großen) Backenzähne (Molaren) eine Kassenleistung. „Anhand des Generationenwechsels erkennt man, wie sinnvoll die Prophylaxe tatsächlich ist und welche Erfolge man in der Zahnmedizin über die Jahre erreicht hat. Oft ist die „kleine Investition“ langfristig die Große“, sagt Dr. Svend Frobel. (nh)

www.zahnarzt-frobel.de

Quelle: HNA

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