Tickende Zeitbomben?

Lebensmittel, die kurz vor Ablauf ihres Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, wandern nicht selten aus Angst vor Verderblichkeit in den Mülleimer. Bei Arzneien hingegen reagieren viele Menschen weniger vorsichtig.

Dabei birgt die Einnahme mancher abgelaufener Medikamente fatale Folgen: „Während sich bei einigen Mitteln nach Ablauf des Verfallsdatums lediglich ihre Wirksamkeit verringert, entstehen etwa bei bestimmten Hustensäften oder dem entwässernden und blutdrucksenkenden Wirkstoff Hydrochlorothiazid mit der Zeit giftige oder krebserregende Abbaustoffe“, warnt Moritz Müller-Dombois, Geschäftsführer von medizinfuchs.de. Er gibt Tipps zu Umgang und Aufbewahrung von Arzneien.

Bittere Pille?

Grundsätzlich lassen sich zwei Angaben zur Haltbarkeit eines Medikamentes unterscheiden: zum einen das Verfallsdatum, zum anderen die Aufbrauchfrist. Erstere gibt an, wie lange sich die jeweilige Arznei im geschlossenen Zustand hält. Letztere befindet sich meistens auf Flaschen, Tiegeln oder Tuben von etwa Augentropfen, Hustensäften oder Cremes. Sie informiert den Verbraucher über den Zeitraum, in dem der Inhalt nach dem Öffnen nutzbar ist. Wer das Anbruchsdatum auf der Verpackung notiert, erhält dabei eine bessere Kontrolle.

Unabhängig vom Verfallsdatum liefert auch das Aussehen von Pille, Creme & Co. einen Hinweis auf ihren Zustand. „Finden sich dunkle Flecken auf Tabletten, Risse oder Verfärbungen an Dragees, schwebende Flocken oder Bodensatz in sonst klaren Flüssigkeiten, gehören die Produkte aussortiert“, erklärt Moritz Müller-Dombois. Eingetrocknete oder verflüssigte Cremes sollten Verbraucher ebenfalls nicht mehr verwenden. Um ein schnelles Verderben zu vermeiden, wählen Kunden Tropfen am besten in Ampullenform sowie bei Tabletten und Cremes eine zum Verbrauch passende Verpackungsgröße. 

Medikamente mögen es kühl und dunkel

Neben Verfallsdatum und Aussehen spielt die Lagerung eine große Rolle bei der Haltbarkeit von Arzneien. Denn auch schon vor Ablauf der aufgedruckten Frist kann ein Medikament bei ungünstigem Aufbewahrungsort verderben. Apotheker empfehlen, sie im üblicherweise kühlen und dunklen Schlafzimmer zu verstauen. „Badezimmer bilden aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit hingegen keinen optimalen Lagerplatz, da Arzneien hierbei schneller ablaufen“, gibt der Experte abschließend zu bedenken. www.medizinfuchs.de (nh)

Quelle: HNA

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.