Weisheitszähne: Unruhestifter im Gebiss

Operation Weisheitszahn: Häufig ist es im Kiefer zu eng, sodass die Weisheitszähne entfernt werden müssen. Foto:  dpa

Mein Sohn ist jetzt 17 Jahre alt. Nachdem schon einigen seiner Freunde Weisheitszähne gezogen wurden, will der Zahnarzt das jetzt auch bei ihm machen. Ich frage mich, ob das wirklich nötig ist und mit welchen Beeinträchtigungen er dann rechnen muss.“

Diese Frage von Sandra H. aus Kassel beantwortet Zahnärztin Süreyya Sayilgan aus Fuldatal.

„Obwohl sie eigentlich nicht benötigt werden, sind bei den meisten Menschen vier oder weniger Weisheitszähne angelegt, die beim Wachsen oft Probleme verursachen.“ Durch die Evolution seien Ober- und Unterkiefer häufig zu klein für weitere Zähne, sodass beim Herausdrängen der Weisheitszähne ein Verschieben des Gebisses zu befürchten sei, erklärt die Zahnärztin. Es komme auch häufig vor, dass diese Zähne gar nicht nach oben, sondern schräg im Kiefer wachsen und dort Schmerzen, beispielsweise durch Entzündungen, Zysten oder Abszesse, verursachten.

Druck und Kieferklemme

„Wenn es um das Thema Weisheitszähne geht, sind daher zunächst ein paar Dinge zu klären, die den speziellen Fall betreffen“, sagt Süreyya Sayilgan. Wie die Zähne sich entwickeln, lasse sich per Röntgenaufnahme ermitteln. Spätestens wenn die Patienten Schmerzen hätten - die wachsenden Zähne drücken gegen bereits vorhandene oder eine sogenannte Kieferklemme verhindert das vollständige Öffnen oder Schließen des Mundes - sei es Zeit, die Weisheitszähne zu entfernen. Hinzu komme, dass mit zunehmendem Verwachsen der Zähne im Kieferknochen deren Entfernen immer aufwendiger werde.

Haben die Weisheitszähne also zunächst Platz im Kiefer, nach oben zu wachsen, könne mit dem Ziehen gewartet werden, bis sie durchgebrochen sind, sagt die Zahnärztin. Bei Zähnen, die schräg im Kiefer liegen und keine Chance haben durchzubrechen, müsse operiert werden.

„Vor allem bei Jugendlichen, die eine Zahnkorrektur hinter sich haben, besteht die Gefahr, „dass die vorgenommene erfolgreiche Korrektur beeinträchtigt wird“, erläutert Süreyya Sayilgan. Deshalb sei in diesen Fällen unbedingt ein rechtzeitiges Entfernen der Zähne angeraten.

Mit bis zu einer Woche Beschwerden und Beeinträchtigungen sei nach einem Entfernen der Weisheitszähne zu rechnen, sagt Süreyya Sayilgan. Ob man sich bei alle vier auf einmal oder zunächst zwei Zähne auf einer Kieferseite entfernen lasse, müsse im Einzelfall entschieden werden. Auch Operationen unter Vollnarkose seien dabei möglich.

Quelle: HNA

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