Unfallrisiko Arbeit: Zahlen und Fakten zu Arbeitsunfällen

Während der Arbeit kommen viele Menschen in Kontakt mit Werkzeugen, schweren Maschinen sowie unachtsamen Kollegen, was nicht selten zu einem Unfall mit Verletzungsfolge führt. Ob Quetschungen, Stauchungen oder gar Knochenbrüche, die Bandbreite von Verletzungen während der Arbeitszeit ist äußerst vielseitig.

In der Regel handelt es sich bei den meisten Unglücken um Vorfälle, die durch einfache Maßnahmen des Arbeitsschutzes vermeidbar gewesen wären.

Gestiegene Unfallzahlen

Laut Statistik ist die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im öffentlichen Sektor und der gewerblichen Wirtschaft letztes Jahr auf 880.326 Fälle angestiegen. Insgesamt sind das rund 6.000 Unfälle mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung von 0,69 % entspricht. Besonders erschreckend: Vor allem die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist drastisch angestiegen. Der Anteil der Unglücke mit Todesfolge lag im letzten Jahr bei 473 und die Zahl der tödlichen Wegeunfälle bei 322. Von den insgesamt 880.326 Unfällen sind ein Großteil auf Transportmaschinen wie Gabelstapler und Flurförderfahrzeuge zurückzuführen. Am häufigsten entstehen dabei Verletzungen durch Kollision mit rückwärtsfahrenden Maschinen oder kippender beziehungsweise rollender Ladung. Auch Stürze von Arbeitsbühnen oder Laderampen stehen in Bezug auf die Häufigkeit weit oben in den Statistiken. In der Regel ist die Hauptursache dieser Unfälle auf Unachtsamkeit seitens des maschinenführenden Personals zurückzuführen, doch auch eine mangelhafte Organisation innerhalb eines Betriebes kann für Zwischenfälle dieser Art verantwortlich sein.

Verletzungen an Händen und Füßen sind die Regel

Mit einem Anteil von etwa 40 % führen Verletzungen an der Hand die Statistiken deutlich an. Meistens werden Handverletzungen dabei durch manuelle Werkzeuge, wie Hämmer, Sägen und Schraubendreher, verursacht. Auch Quetschungen durch Einklemmen des Handbereichs beim Verladen oder dem Bedienen von Transportmaschinen gehören zu den häufigsten Erscheinungen. Ähnlich wie bei Gabelstaplern und Co. sind auch hier die Vorfälle üblicherweise auf Unachtsamkeit oder eine fehlerhafte Bedienung zurückzuführen. Eine weitere Ursache für Verletzungen ist die Vernachlässigung fundamentaler Arbeitsschutzbestimmungen, wie zum Beispiel das Weglassen von Sicherheitsbekleidung oder eine fehlende Absperrung und Markierung. Mit knapp 17 % der gemeldeten Arbeitsunfälle folgen nach dem Handbereich Verletzungen an den Füßen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Quetschungen, die durch ein Einklemmen oder Überfahren mit schweren Maschinen verursacht werden. Des Weiteren kommen regelmäßig Unfälle vor, bei denen Ladungsteile Beschäftigten auf den Fuß fallen und schweren Verletzungen zur Folge haben. Solche Landungsunfälle passieren üblicherweise aufgrund der Nichteinhaltung von Beladungsvorschriften, wie beispielsweise dem zu schnellen Durchfahren von Kurven mit einem beladenen Gabelstapler. Nach Verletzungen an Händen und Füßen folgen in Bezug auf die Häufigkeit unfallbedingte Schäden an Extremitäten, wie Armen und Beinen. Unfälle, die den Hals- oder Brustbereich betreffen gehören laut Statistik eher zu den selteneren Vorkommnissen.

Meldepflichtigkeit und Versicherungsaspekte

Unfälle, die bei der Arbeit oder dem Weg dorthin passieren und zur temporären Berufsunfähigkeit führen, sind in jedem Fall der allgemeinen Unfallversicherung zu melden. Dabei ist jede arbeitsbedingte Verletzung meldepflichtig, die zu drei oder mehr Tagen Arbeitsausfall führt. Weiterhin sind selbstverständlich alle Unfälle meldepflichtig, die eine Todesfolge hatten. Per Definition handelt es sich um einen Arbeitsunfall, wenn eine Person innerhalb einer versicherten Tätigkeit einen gesundheitlichen Schaden erleidet. Der Unfall an sich wird von den Versicherungen dabei als ein zeitliches Ereignis betrachtet, das Verletzungen des Beschäftigten durch einen äußeren Einfluss hervorruft.

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