Tagung: Psychiatrie und Kunst

Anlässlich der dOCUMENTA (13) veranstaltet das Ludwig-Noll-Krankenhaus, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikum Kassel, eine Tagung zum Thema „Psychiatrie und Kunst“.

Interessierte sind dazu am Samstag, 1. September, in den Hörsaal in der Mönchebergstraße 48 E (gegenüber des Klinikums) eingeladen.

„Kunst ist Therapie“ lautet ein wichtiger Ausspruch von Joseph Beuys. Umgekehrt hat man seit der Etablierung des Melancholiebegriffs in der Renaissance bis hin zur modernen Psychopathologie immer wieder die besondere „psychische Empfindsamkeit“ von Künstlerinnen und Künstlern als Bedingung für herausragende kreative Leistungen angesehen. Aus medizinisch-psychiatrischer Sicht standen insbesondere an Schizophrenie erkrankte Künstler beziehungsweise schizophren Erkrankte, die innerhalb des Krankheitsgeschehens zum Teil beeindruckende künstlerische Ausdrucksformen entwickelten, im Mittelpunkt des Interesses. Hiermit war ein Fundament dafür gelegt, dass der Diskurs von psychischer Erkrankung und Kunst ins Medium von Großausstellungen Eingang fand, womit einer wichtigen aufklärerischen Aufgabe Vorschub geleistet wurde. Gerade die documenta in Kassel als weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst ist hier beispielgebend.

Referenten der Tagung sind Dr. med. Hartmut Kraft, Psychoanalytiker und Nervenarzt, der mit seinem Buch „Grenzgänger zwischen Kunst und Psychiatrie“ zum Kenner dieser Materie avancierte, der Kunsthistoriker Dr. Friedhelm Scharf, der sich als langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter des documenta Archivs sowie im Rahmen seiner universitären Lehrtätigkeit intensiv mit der Geschichte der documenta auseinandergesetzt hat, sowie Prof. Dr. Martin Ohlmeier, Direktor des Ludwig-Noll-Krankenhauses.

Die Vorträge beginnen am 1. September um 10.15 Uhr. Anmeldungen werden bis zum 26. August 2012 erbeten per Fax (0561/ 4804-402), Telefon (0561/4804-401) oder Mail: silvia.arndt@klinikum-kassel.de.

Quelle: HNA

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