Speiseplan für Patienten mit Kau- und Schluckstörungen

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Gesunde Kost schmeckt auch in pürierter Form: für Patienten mit Kau- und Schluckstörungen hat die Diätassistentin Silke Kuhaupt (Mitte) das Ernährungsmanagement verbessert. Mit auf dem Fotos zu sehen sind Koch Jan Wurster und die stellvertretende Küchenleitung und Diätassistentin Sabine Schmidt.

Frankenberg/Eder. Durch Erkrankungen, Appetitlosigkeit oder Demenz kann es bei Patienten dazu kommen, dass diese sich unzureichend ernähren. Um dieser Mangelernährung entgegen zu wirken, hat die Kreisklinik in Frankenberg  das Ernährungsmanagement für betroffene Patienten jetzt noch weiter verbessert.

Bei der Zusammenstellung der Speisepläne orientiert sich das Haus an den Standards für Krankenhausküchen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Um aber noch individueller und zielgerichteter auf Patienten einzugehen, denen aufgrund ihrer Erkrankung eine Mangelernährung droht, erwirbt die Diätassistentin der Klinik Silke Kuhaupt  aktuell eine entsprechende Zusatzqualifikation – wobei sie den Koststufenplan für Patienten, die nicht richtig kauen und schlucken können, grundlegend weiterentwickelt hat.

„Dafür haben wir die bestehenden Speisepläne für Dysphagie-Patienten – also Menschen, die von Kau- und Schluckstörungen betroffen sind – genau unter die Lupe genommen“, erläutert die Ernährungsberaterin der Kreisklinik. Bei Betroffenen kommt es darauf an, dass die Kost besonders fein und weich püriert ist, damit diese sich nicht an Stückchen in den Gerichten verschlucken.

Künftig werden beispielweise die Marmeladen für Patienten mit Kau- und Schluckstörungen noch feiner püriert und die Gemüsesalate gedünstet. „Dadurch erhalten sie ihre Nährstoffe; die Konsistenz wird jedoch weicher“, erklärt Silke Kuhaupt. „Auch verzichten wir jetzt unter anderem auf Reis als Beilage, da dieser zwar weich ist, aber auch ein gewisses Risiko birgt sich zu verschlucken.“

Das sind aber nur einige Beispiele. Durch die noch feiner abgestimmte Auswahl von Lebensmitteln und veränderte Zubereitungsverfahren können betroffene Patienten im Frankenberger Kreisklinikum noch bedarfsgerechter ernährt werden.

Die Gründe für Kau- und Schluckstörungen sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Im schlimmsten Fall können sie bis zu einer Lungenentzündung führen, wenn verschluckte Nahrungsteile in die Lunge geraten. Aber auch Erkrankungen wie Diabetes, Magenschleimhautentzündungen oder Medikamente, die Betroffenen auf den Magen schlagen, können zu einer Mangelernährung beitragen. Der Schluckreflex eines Patienten kann auch durch einen Schlaganfall beeinträchtigt sein.

Häufig können die Störungen auch bei geriatrischen Patienten auftreten, bei denen es zu einer alters- oder psychisch bedingten Appetitlosigkeit kommen kann. „Manche vergessen aufgrund einer demenziellen Erkrankung auch einfach das Essen“, erklärt Silke Kuhaupt. „Andere sind durch motorische Störungen nicht mehr dazu in der Lage, mit Messer und Gabel umzugehen.“

Im Frankenberger Kreiskrankenhaus leiden rund 15 Prozent der Patienten an Kau- und Schluckstörungen. Bei der Behandlung ist die Ernährung einer der zentralen Bausteine, die genau aufeinander abgestimmt sein müssen. „In Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Pflegekräften und Logopäden wird individuell die Kost für den Patienten festgelegt“, sagt Silke Kuhaupt. Das wirke nicht nur den Erscheinungen einer Mangelernährung entgegen. „Ein gut ernährter Patient wird auch schneller gesund – das ist die Hauptsache.“ (nh)

Quelle: HNA

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