Neues PET/CT am Klinikum Kassel zeigt kleinste Tumore und Metastasen

Sicherer für die Patienten

Haben den Durchblick: Das Team um Dr. Knut Liepe am Klinikum Kassel sehen durch das PET/CT. Foto: nh

Tumore und Metastasen deutlich früher diagnostizieren als die Computertomographie oder die Magnetresonanztomographie – das ist, kurz gesagt, der Vorteil, den die Positronen-Emissions-Tomographie (PET/CT) bietet“, sagt Dr. Knut Liepe, Ärztlicher Leiter der Nuklearmedizin am Zentrum für medizinische Versorgung des Klinikums Kassel. Das neue PET/CT steht in seiner Abteilung seit Mitte letzten Jahres zur Verfügung. Es bringt deutlich mehr diagnostische Sicherheit für Krebspatienten.

Bei der PET wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz in die Vene gespritzt beispielsweise ein schnell abbaubares Zucker-Präparat. „Weil bösartige Tumore und Metastasen einen deutlich höheren Stoffumsatz haben, lassen sie sich mit der PET/CT schon ab einer Größe von 5 Millimetern erkennen“, erklärt Dr. Liepe. Anders als bei der Funktionsdarstellung einer PET-Untersuchung bildet die Computertomographie als radiologisches Schnittbildverfahren die anatomischen Strukturen ab.

Mit der Kombination einer PET- mit einer CT-Untersuchung mit einem einzigen Gerät wird nun durch die direkte Überlagerung der Informationen der PET mit der Anatomie die genaue Lokalisation des Tumors möglich. „Die PET/CT ist eine wichtige ergänzende Diagnostik bei einer Vielzahl von onkologischen Erkrankungen wie etwa bei Lungentumoren, Kopf- und Halstumoren, Darmtumoren, Lymphomen (Blutkrebs), Melanomen (Hautkrebs), Brust- und Prostatakrebs, um nur die häufigsten zu nennen“, erläutert Dr. Liepe. Durch die präzise Darstellung des Tumors könnten nicht sinnvolle Operationen vermieden oder der Effekt einer Chemo- oder Strahlentherapie kurzfristig kontrolliert und optimiert werden.

PET-CT erleichtert Ärzten Entscheidungen

„Zum Beispiel bei Lungentumoren ermöglicht die PET die Diagnostik einer möglichen Beteiligung weiterer Organe zum Beispiel der Lymphknoten, was wichtig für die Entscheidung ist, ob etwa vor einer sofortigen Operation eine vorhergehende Chemotherapie sinnvoll ist“, sagt der Facharzt.

Der Ablauf der Untersuchung ist ähnlich wie bei der Computertomographie und dauert mit Wartezeit etwa zwei Stunden. Der Patient kann nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen. Bei Lungentumoren und bei Lymphomen werden die Kosten der Untersuchung von den Kassen übernommen, bei anderen Indikationen muss vorab ein individueller Antrag zur Kostenübernahme gestellt werden.

Möglichkeit zur Selbstzahlung

Sollten die Kassen die Kosten nicht übernehmen, besteht die Möglichkeit der Durchführung einer PET als IGEL-Leistung (Selbstzahler). Private Krankenkassen übernehmen in allen Fällen die Kosten der Untersuchung. Ein Sonderfall stellt das sogenannte Fluorid-PET dar, das auch von allen gesetzlichen Krankenkassen getragen wird. Diese PET kann anstatt der üblichen Knochenszintigraphie zum Ausschluss von Metastasen in den Knochen durchgeführt werden, wobei die Untersuchung mittels PET/CT deutlich genauere Ergebnisse in früheren Stadien der Metastasierung liefert. (nh)

Quelle: HNA

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