Wer sich nicht hält, der fällt...

„Halt Dich! Bleib aufrecht!“ ruft man Freunden gern zu. Mit „Kopf hoch!“ oder: „Komm wieder gut auf die Beine!“ wünscht man baldige Genesung. Eigentlich ist es erstaunlich, dass man sein ganzes Körpergewicht beim Stehen auf zwei Füßen, beim Gehen sogar zeitweise auf einer Fußsohle, halten kann.

Sturz in der Wohnung

Jedes vergleichbar große und schwere technische Gerät ist im Gegensatz zum menschlichen Körper fest verankert. Die meisten Stürze bei Betagten ereignen sich nicht etwa im Winter bei Glatteis, sondern daheim in der vertrauten Wohnung. Plötzlich bleibt man an einer Teppichkante hängen, die man schon seit Jahren problemlos überquert hat. Oder ein Schwindel beim Aufstehen oder Umdrehen wirft einen um. Wie ist das zu erklären?

Nun, der aufrechte Gang ist ein komplizierter Vorgang, der starke Knochen, kräftige Muskeln und ein gutes Nervensystem braucht. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und die Augenkontrolle unterstützen das Gleichgewicht. Reflexe steuern die raschen Veränderungen der Muskelspannung und schützen sogar noch während des Fallens vor ernstlichen Verletzungen, indem man sich noch „abfangen“ kann. Bei älteren Menschen lässt diese rasche Steuerung ebenso nach wie die Haltekraft und die Schnellkraft der Muskeln. Der Ausfallschritt beim Umkippen kommt dann einfach zu spät oder der rettende Haltegriff kann nicht mehr rechtzeitig erreicht werden.

Tipp: Viel bewegen...

Kann man zur Vorbeugung sinnvoll beitragen? Wissenschaftlich gesichert sind folgende Regeln: Viel bewegen. Möglichst alle Muskelgruppen beteiligen. Gehen, Treppensteigen, Seniorengymnastik, Sport, Tanzen, Ballspiele, je nachdem, was man sich zutraut beziehungsweise worin man geübt ist. Das wichtigste ist: Dranbleiben, damit der „wohlverdiente Ruhestand“ nicht zur Einbahnstraße nach unten wird. Leider werfen Krankheit und Bettlägerigkeit die Betroffenen rasch zurück. Dann kann das ärztlich überwachte Üben mit Fachleuten regelrecht Wunder wirken.

... und bewusst ernähren

Die zweite Regel heißt: Richtig ernähren. Das heißt, schmackhaft, farbenfroh, vitamin- und ballaststoffreich und kalorienbewusst. Das Ziel dabei ist, zu Normalgewicht und Wohlbefinden zu gelangen. Wer lebensfroh ist und sich auf diese Weise „hält“, der fällt nicht - oder wesentlich seltener. (nh)

Quelle: HNA

Kommentare