Schöne Zähne in der Schwangerschaft

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Optimale Vorsorge: Experten empfehlen, während einer Schwangerschaft alle drei Monate einen Zahnarzt aufzusuchen.

Mit der Schwangerschaft beginnt für Frauen eine aufregende Zeit mit vielen körperlichen und hormonellen Veränderungen. Dies wirkt sich auch auf die Mundflora aus. Zwar stimmen Volksweisheiten wie „Jedes Kind kostet einen Zahn“ aus heutiger Sicht nicht mehr, dennoch sollten Frauen in dieser Zeit besonders auf ihre Mundhygiene achten.

„Unbehandelte Entzündungen können sogar weitreichende Folgen auslösen und zu vorzeitigen Wehen oder im schlimmsten Fall zum Sprung der Fruchtblase führen“, weiß Zahnarzt und Implantologe Milan Michalides. Um den Gesundheitszustand der Zähne regelmäßig zu kontrollieren, empfehlen Experten, während der Schwangerschaft alle drei Monate einen Zahnarzt aufzusuchen.

Veränderter Hormonhaushalt

Gerade zu Beginn einer Schwangerschaft kommt es zu einem Anstieg des Hormonspiegels. Progesteron erweitert beispielsweise die Gefäße von Mundschleimhaut und Zahnfleisch. „Letzteres wird stärker durchblutet, ist weicher und schwillt in einigen Fällen an. In der Folge siedeln sich Bakterien schneller am Zahnfleischrand an und rufen bei nachlässiger Hygiene Entzündungen hervor“, warnt Milan Michalides. „Kommt es zu vermehrtem Zahnfleischbluten und starken Schwellungen des Weichgewebes, sprechen wir von einer Schwangerschaftsgingivitis.“

In dieser Zeit helfen neben einer intensiven Mundpflege mit weicher Bürste der verstärkte Einsatz von Zahnseide oder Interdentalbürstchen für die Reinigung der empfindlichen Zwischenräume. Zusätzlich unterstützt eine gesunde, ausgewogene Ernährung die Zahngesundheit. Denn der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt. Kalzium zum Beispiel sorgt für stabile Knochen und gesunde Zähne – nicht nur bei der Mutter, sondern auch beim Kind. Denn ab der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche entwickeln sich bereits die sogenannten Zahnleisten, welche die Grundlage für die späteren Zähne bilden.

Weitreichende Folgen

Zahnfleischbluten beim Putzen deutet auf eine Entzündung hin, die Schwangere ernst nehmen sollten. „Bleibt die Gingivitis unbehandelt, greifen Bakterien ebenfalls auf den Zahnhalteapparat über. Sie lockern das Bindegewebe und die Gefahr von Zahnverlust steigt“, erläutert der Arzt. Kommt es tatsächlich einmal zum Ausfall, bietet die moderne Zahnmedizin ästhetisch anspruchsvolle und sichere Lösungen in Form von Implantaten. Diese künstlichen Wurzeln bringen Zahnärzte jedoch erst nach der Geburt ein – dafür nötige Röntgenuntersuchungen und mögliche Medikamentengabe bergen zu hohe Risiken für das ungeborene Baby.

Weitere Gefahren entstehen schon bei minimalen Verletzungen im Mundraum, durch die Bakterien schneller in den Blutkreislauf gelangen. Als Antwort auf solch feindliche Übergriffe reagiert das Immunsystem mit entzündlichen Reaktionen. „Davon können auch Plazenta und Gebärmutter betroffen sein, sodass sich das Risiko einer Frühgeburt erhöht“, weiß Implantologe Michalides. Übrigens: Nach der Geburt spielt die Zahngesundheit beider Eltern eine ebenso wichtige Rolle. So müssen sie darauf achten, keine Krankheitserreger und Karies durch Kontakt mit Schnuller, Nuckelflasche und Küssen auf Kinder zu übertragen. Zahnärzte empfehlen hier gezielte Prophylaxemaßnahmen: Plaquetests zeigen etwa, an welcher Stelle Eltern die Mundhygiene verbessern können. Zudem gibt eine professionelle Zahnreinigung Sicherheit. (www.zahnärzte-suhr.de)

Quelle: HNA

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