Wer schön sein will, muss leiden

Dr. Burkhard Mai Foto: Florian Funck/nh

Dabei schiebt sich das Großzehengrundgelenk nach außen und die Zehe dreht nach innen. Der Hallux valgus – im Volksmund Ballenzehe – kann erhebliche Beschwerden hervorrufen und das Gehen erschweren.

Schuhe, Sport, Spreizfuß

Es gibt jedoch noch weitere Gründe für die Entstehung der Ballenzehe. „Oft führt eine vererbte Bänder- und Bindegewebsschwäche zum Spreizfuß. Falsches Schuhwerk und eine wenig trainierte Fußmuskulatur begünstigen die Schädigung“, erläutert Dr. Burkhard Mai, Leiter der Orthopädischen Rheumatologie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel. „Meist trifft es Frauen mittleren Alters. Auch Jugendliche, die wenig oder keinen Sport treiben, sind gefährdet. Die Fußmuskulatur erschlafft und es bildet sich der sogenannte juvenile Hallux valgus“, so der Fachmann weiter. Leider sind viele Rheumatiker schon in jungen Jahren betroffen.

OP bei starken Beschwerden

Im Frühstadium ist der Hallux valgus vor allem ein ästhetisches Problem. Um Beschwerden vorzubeugen, empfehlen die Fachleute, auf hochhackige Schuhe zu verzichten und Einlagen zu tragen. Weiterhin sollte man die Fußmuskulatur durch gezielte Gymnastik stärken. Denn eine größere Fehlstellung kann zu einer schmerzhaften Arthrose im Großzehengrundgelenk führen und den Großzehenballen, die breiteste Stelle des Fußes, soweit nach außen drücken, dass er am Schuh reibt.

Folgen können Schwellungen oder bakterielle Entzündungen des darunter befindlichen Schleimbeutels sein. Eine schmerzhafte Sache, die das Gehen zur Qual macht. „Sind die Beschwerden sehr stark, empfehlen wir eine Operation. Rein kosmetische Gründe sind für uns kein Grund, zu operieren“, betont Dr. Mai.

Langwierige Prozedur

Bedauerlich, aber wahr: Durch die OP leidet man ein zweites Mal. „Nach dem Eingriff führen Anästhesisten und Orthopäden eine intensive Schmerztherapie durch. Deshalb bieten wir den Patientinnen an, einige Tage bei uns zu bleiben“, so der Facharzt. Danach kann der Alltag langsam wieder starten. Regelmäßiges Hochlagern des Fußes ist wichtig. Mit Sport sollte man drei Monate warten. Eine langwierige Prozedur. „Geeignete OP-Verfahren sichern jedoch einen langfristigen Erfolg“, fügt Oberarzt Dr. Burkhard Mai hinzu.

Von Claudia Daß

Quelle: HNA

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