Schnuppertag als Neurologe

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Praxistag: Dr. Christian Roth zeigt den Teilnehmern einen Schockraum in der zentralen Notaufnahme und erklärt die üblichen Tätigkeiten, die die Neurologen dort übernehmen.

Medizinstudenten, die auf Jahre einen spannenden Arbeitsplatz mit viel Entwicklungspotenzial haben möchten, werden Neurologen.

„Die Fortschritte in der neurologischen Forschung haben zu einem Wandel von einem eher diagnostischen Fach zu einem therapeutischen Fach geführt“, erklärte Prof. Dr. Andreas Ferbert, Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel, anlässlich eines neuartigen Praxistags 15 Medizinstudenten. Zwar gibt es heutzutage dreimal so viele Fachärzte für Neurologie wie vor 15 Jahren, trotzdem besteht ein Mangel an Nachwuchskräften. Daher geht das Klinikum Kassel bei der Anwerbung von Assistenzärzten nun neue Wege. Bei dem Programm erhielten die Medizinstudenten einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit der Neurologischen Klinik in einem Krankenhaus der Maximalversorgung.

„Wir versuchen mit der Aktion "Dein Tag in der Neurologie" die Studenten nicht nur von der Faszination unseres Fachgebietes zu überzeugen, sondern auch von den besonderen Ausbildungsmöglichkeiten, die ihnen im Klinikum Kassel zur Verfügung stehen. Hier arbeitet die Neurologie Hand in Hand mit der Neurochirurgie, der Neuroradiologie, der Neuropathologie und der Neuropädiatrie. Eine solche Zentrenbildung ist nicht nur für die Patienten von Vorteil, sie bietet auch engagierten Nachwuchskräften interessante Perspektiven“, sagte Dr. Christian Roth, lei-tende der neurologischen-neurochirurgischen Intensivstation, der den Informationstag organsierte.

Die Neurologie hat viele Facetten

„Das Gehirn in seiner Vielfalt der Funktionen und Steuerungsmöglichkeiten ist faszinierend. So haben Patienten mit neurologischen Erkrankungen oft nicht nur Lähmungen, Sehstörungen und Sensibilitätsstörungen, sondern auch Denkstörungen und Sprachstörungen“, sagte Prof. Ferbert in seiner Begrüßungsrede. Anschließend erlebten die Studenten von der Schlaganfall-Akuttherapie, über die Neuroradiologische Besprechung bis zum Dienst in der Zentralen Notaufnahme oder der Stroke Unit viele Facetten des Fachgebiets. Beim Bedside-Teaching erklär-ten ihnen erfahrene Ärzte, was bei der neurologischen Untersuchung zu beachten ist. Auf der Neurologischen Intensivstation wurden sie ausführlich über Patienten im Koma informiert. Das alles kam bei den Studenten gut an. Sie stellten viele Fragen und nutzten die Gelegenheit, sich mit Fachärzten austauschen zu können.

Die Bilanz des Tages viel daher auch positiv aus. „Die Neurologie ist ein Zukunftsfach“, sagte die Teilnehmerin Nicole Renner. Die 26-jährige Medizinstudentin aus Marburg ist überzeugt, dass sich diese Fachdisziplin in den nächsten Jahrzehnten rasant weiterentwickeln wird. „Die Menschen werden immer älter und die Risikofaktoren nehmen zu, aber man kann auch mehr therapieren als die meisten wissen“, war ihr Fazit. (nh)

Quelle: HNA

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