Schnell in die Wärme

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Frieren im Schnee: Die Haut braucht jetzt besonderen Schutz. Ohne Handschuhe wird es auch den Fingern schnell zu kalt, wie Greta Schattschneider leidvoll erfahren musste.

Der Winter hat uns weiter fest im Griff. Und das Thermometer zeigt mitunter sogar zweistellige Kältegrade. So verlockend die weiße Winterpracht für Rodel- und Skifans ist, die Kälte hat auch ihre Tücken und kann unserer Gesundheit gefährlich werden.

Herz in Gefahr

Besonders gefährdet sind zurzeit Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb empfiehlt der in Kassel niedergelassene Kardiologe Dr. Ulrich Rüdell seinen Patienten, bei Temperaturen unter minus fünf Grad möglichst nicht mehr - oder nur kurz - rauszugehen.

„In jedem Fall sollte man Schneeschaufeln vermeiden“, rät der Herzspezialist. Denn diese anstrengende Tätigkeit in der Kälte sei eine starke Belastung für den Körper. Und gerade am Morgen etwa bis 9 Uhr seien vor allem Herzpatienten besonders gefährdet, einen Herzinfarkt, bösartige Rhythmusstörungen, Bluthochdruck-Krisen oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Die Kälte könne deshalb gefährlich werden, weil das Herz mehr arbeiten muss, weil sich die Gefäße verengen und weil kleine Ablagerungen an den Gefäßwänden einreißen könnten, so Dr. Rüdell. Gefährdete Patienten sollten sich sich deshalb nicht zu lange im Freien aufhalten, Anstrengungen draußen vermeiden und bei eventuellen kurzen Spaziergängen einen Schal vor dem Mund tragen, um die Atemluft anzuwärmen. Grundsätzlich sollte man auf sein Körpergefühl hören und schnell das Warme suchen, wenn sich zum Beispiel ein Brustenge-Gefühl oder Atemnot einstellen.

Auch Kinder, die sich mit Begeisterung im Schnee tummeln, sollte man jetzt besonders schützen. Denn sie können schon bei Temperaturen unter minus zehn Grad Kälteschäden erleiden. So sollte man den Nachwuchs nicht nur warm einpacken, sondern auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, damit Ohren, Hände und Füße gut durchblutet sind. Angesagt ist jetzt der Zwiebellook mit mehreren, lockeren und lufthaltigen Lagen von Kleidungsstücken übereinander. Auch Kopf, Nacken und Hände müssen warm bleiben. Zu enge Kleidung und zu enge Schuhe können indes die Durchblutung verhindern und zu Erfrierungen führen.

Treten schmerzhafte rote Schwellungen an Händen und Füßen auf, rät die Kasseler Dermatologin Dr. Evelyn Knittl zum Arztbesuch. Die so genannten Frostbeulen behandele man am besten mit entzündungshemmenden Salben und eventuell mit durchblutungsfördernden Medikamenten. Vorbeugend rät auch sie zur warmen Kleidung – und zu kleinen Taschenöfen.

Gut eincremen

Vor allem unsere Haut braucht in diesen Tagen besonderen Schutz und Pflege. Deshalb sollte man Gesicht, Arme und Beine, aber auch Hände, Füße und Lippen im Winter gut eincremen. Zarte Kinderhaut braucht jetzt eine fette Gesichtscreme. Und bei den Erwachsenen gilt: „Je älter man wird, umso fetter sollte die Creme sein“, rät die Vellmarer Hautärztin und Allergologin Dr. Cornelia Schmoll. Da man die Creme abhängig vom Hauttyp wählen sollte, könnte es bei komplizierter Haut oder auftretenden Problemen nötig sein, sich beim Hautarzt beraten zu lassen. (hei/abe)

Quelle: HNA

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