Schmerzen, Kribbeln, Taubheit: Wenn der Wirbelkanal zu eng ist

Leiter des Neuro-Spine-Centers in Fulda: Dr. Al-Hami . Foto: privat

Eine Spinalkanalstenose wird durch eine Verdickung des Knochens, Vorwölbungen der Bandscheiben und der hinten liegenden Bänder der Wirbelsäule verursacht. Die Spinalkanalstenose kann angeboren sein, sie entsteht aber häufiger erst im Laufe des Lebens durch Abnutzungs- und Alterungsprozesse.

Zumeist sind es ältere Patienten ab 60 Jahren, bei denen der Wirbelkanal eingeengt ist. Die Engstellen treten überwiegend im Bereich der Lendenwirbelsäule auf und können erhebliche Beschwerden verursachen: von Kreuzschmerzen, Taubheits- oder Schweregefühl in den Beinen über Stolpern oder Gangunsicherheit bis hin zu Blasen-, Darminkontinenz oder Potenzproblemen.

Ist eine Verengung des Wirbelkanals für die Beschwerden verantwortlich, kann erst einmal in der Anfangsphase eine konservative Therapie Linderung verschaffen. Wenn Medikamente, lokale Schmerztherapie wie Facettenblockaden und Krankengymnastik nicht zur Besserung führen, Lähmungen und Taubheitsgefühle auftreten, raten die Mediziner zur Operation.

„Untersuchungen zeigen, dass im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall die Spinalstenose nur unzureichend auf eine konservative Behandlung anspricht, weil Knochen und Bänder nicht schrumpfen können, um den Nerven wieder ausreichend Platz zu geben. Oft´lässt sich eine Operation deshalb nicht umgehen“, erläutert Neurochirurg Dr. Samir Al-Hami, Gründer und Leiter des Neuro-Spine-Centers.

Bei der Operation wird überschüssiges Gewebe an Bändern oder Wirbelgelenken entfernt. Über einen kleinen Hautschnitt wird mit Hilfe des Mikroskopes nur soviel abgetragen wie nötig ist, um den Nerven genug Platz zu verschaffen. „Auch im Alter kann die Spinalkanalstenose risikoarm chirurgisch behandelt werden“, weiß Dr. Al-Hami. Die Patienten können durch diesen relativ schonenden Eingriff in der Regel am Tag nach der Operation wieder mobilisiert werden. Nicht selten sind die Beschwerden bereits kurz nach der Operation vollständig verschwunden. (nh)

Quelle: HNA

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