Schizophrenie bei Jugendlichen

Paranoide Schizophrenie auch im Jugendalter: Die Betroffenen leiden unter

Schizophrenie ruft einen gestörten Bezug zu sich und der Umwelt hervor und beeinflusst Denken, Wahrnehmung und Verhalten. Mit der landläufigen Vorstellung der „gespaltenen Persönlichkeit“ hat die Krankheit nach Auskunft von Dr. Schüler-Springorum wenig zu tun.

Sie erläutert: „Wie beim Erwachsenen ist die paranoide Schizophrenie auch im Jugendalter am häufigsten. Die Jugendlichen fühlen sich beeinträchtigt, von äußeren Mächten geleitet, sie hören Stimmen und leiden unter Verfolgungsängsten. Die typischerweise im Jugendalter beginnende Form der Schizophrenie -– die Hebephrenie –- ist seltener, hat aber die schlechtere Prognose und wird oft später erkannt. Erkrankte sind übertrieben albern oder flegelhaft. Grellbunte, absolut nicht zur Witterung oder zum Anlass passende Kleidung und affektierte Bewegungen gehören dazu. Als Folge der Schizophrenie ziehen sich die Betroffenen zurück. Sie treffen sich nicht mehr mit Freunden, verweigern Hobbys, Schulleistungen lassen nach. Doch sie betrachten all das mit Gleichgültigkeit. Ihnen ist sozusagen alles wurscht.“

Emotionaler Stress als Auslöser

Die Gründe der Schizophrenie sind bis heute unklar. Als Auslöser bezeichnen die Fachleute ein Zuviel an emotionalem Stress. Deshalb bricht die Krankheit – eine Veranlagung vorausgesetzt – häufig während der Pubertät aus. „Die für die Pubertät typischen überbordenden Gefühle beim ersten Verliebtsein oder Liebeskummer lassen das Fass überlaufen“, so Dr. Mareike Schüler-Springorum.

Oft schleicht sich die Krankheit über andere psychische Erkrankungen wie Depressionen im Laufe von ein bis zwei Jahren ein. Zur Behandlung der Schizophrenie gibt es eine Reihe sehr guter Methoden. Im Vordergrund steht hierbei die medikamentöse Behandlung, die von Psychoedukation, also Aufklärung über auslösende Faktoren und Symptome, und stützender Psychotherapie begleitet wird. Auf diese Weise lernen die Jugendlichen, auf Dauer mit dieser Krankheit zu leben.

Rückkehr ins Leben

Die Eltern spielen bei der Behandlung und der Rückkehr ins normale Leben eine Schlüsselrolle. „Wir nehmen ihnen Schuldgefühle und leiten sie an, ihre Kinder weder zu über- noch zu unterfordern“, sagt die Expertin. Oft können die Jugendlichen nicht ihr vorheriges Leistungsniveau erreichen. Um ihr Leben mit der Krankheit zu meistern, brauchen sie eine gleichförmige Struktur in Alltag und Beruf und vor allem einen niedrigen Stresspegel. Nicht selten ist hierzu eine spezielle Reha nötig.

Von Claudia Daß

Quelle: HNA

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