Sanfte Medizin hilft

Trotz Pollen, den Sommer genießen: Homöopathische und biochemische Präparate helfen die Symptome bei Heuschnupfen zu lindern. Sie sind jedoch nicht nur bei Allergien gegen Pollen erfolgreich, sondern sie verbessern auch die Symptomatik bei Hausstaub-, Tierhaar- oder Nahrungsmittelallergien. Foto: Fotolia

Bei einer Allergie reagiert das körpereigene Immunsystem überempfindlich auf Substanzen aus der Umwelt. Die meisten Allergene sind Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, zum Beispiel von Blütenpollen, Milben oder Schimmelpilzen. Derzeit sind etwa 20 000 Stoffe bekannt, die Allergien auslösen können. „Allergische Reaktionen treten beim Kontakt mit dem Allergen dann auf, wenn der Körper darauf sensibilisiert ist. Das heißt, dass ein Kontakt vorausgegangen ist, bei dem das Immunsystem diese Substanz als Feind eingestuft hat“, sagt Stephan Waschk, Apotheker in Kassel.

Fast jeder Fünfte leidet im Frühling und Sommer unter Heuschnupfen. Als Folge des Klimawandels treten die typischen Symptome bei den Betroffenen immer früher im Jahr auf, zum Teil schon im Winter.

Symptome lindern und Selbstheilung mobilisieren

Homöopathische Heuschnupfenmittel gelten als gut verträgliche Arzneimittel. Sie wirken auf die gereizten Schleimhäute der Atemwege und auf die Augen. Allergische Reaktionen der oberen Atemwege, ausgelöst durch verschiedene Allergene wie Gräser- und Blütenpollen, werden natürlich reguliert und so die Symptome gelindert. Juckreiz, Kribbeln, Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut werden gelindert, Niesanfälle seltener und das Gefühl der verstopften Nase beseitigt.

Die Homöopathie ist eine gezielte Reiz- und Regulationstherapie zur Mobilisierung der Selbstheilungskräfte und zur langfristigen Umstimmung des Organismus. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bereits in der symptomfreien Zeit mit der Einnahme zu beginnen. „Die Beschwerden treten in der Pollenflugzeit deutlich schwächer auf“, sagt Waschk.

Homöopathische Heuschnupfenmittel in Form von Tabletten, Globuli oder Tropfen bestehen aus Wirkstoffen wie Herzsamen, Galphimia glauca, Schwammgurke oder der Adhatoda-Pflanze. Sie werden nicht nur bei Heuschnupfen, sondern auch bei akutem, chronischem oder allergischem Schnupfen eingesetzt.

Mineralstoffmangel ausgleichen

Die Schüßler Salze zählen zu den biochemischen Präparaten. Auch mit ihrer Hilfe können die Symptome von Heu- oder Fließschnupfen gelindert werden. „Empfohlen werden vom Biochemischen Bund Deutschlands die Schüßler Salze Nummer 3 (Ferrum phosphoricum) und Nummer 8 (Natrium chloratum)“, erläutert Waschk. Sie sind als Tabletten erhältlich, die man auf der Zunge zergehen lässt.

Die biochemische Heilmethode des deutschen Arztes Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler beruht auf der Erkenntnis, dass im lebenden Organismus eine Reihe von Mineralstoffen enthalten sind. Sie sind zwar unterschiedlich in Menge und Konzentration, doch in ihrer Ausgewogenheit sind sie für den Körperaufbau ebenso unerlässlich wie für alle Funktionen. „Fehlen dem Körper ein oder mehrere Mineralstoffe, kann der Mangel mit Schüßler Salzen ausgeglichen werden“, erklärt Waschk. Dr. Schüßler stellte im Körper zwölf besonders wichtige Mineralsalzverbindungen fest, die heute als die Schüßler Salze bekannt sind.

Grundsätzlich gilt, dass von einem Arzt abgeklärt werden muss, ob und wogegen eine Allergie besteht. bevor man sich für eine alternative Therapie entscheidet. „Ich rate dies immer in Rücksprache mit einem Arzt zu tun, gerade wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten“, sagt Waschk. Mit Homöopathie oder Schüßler Salzen lassen sich vor allem die Symptome leichter bis mittlerer Allergien behandeln.

Von Helga Kristina Kothe

Quelle: HNA

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