Kein Schlaf durch unruhige Beine

Schlafstörungen sind ein häufiges Gesundheitsproblem in westlichen Industriestaaten. Sie bedürfen im Regelfall aber erst dann einer Behandlung, wenn die Schlafstörung über einige Wochen in jeweils mehreren Nächten pro Woche besteht.

Häufig resultieren daraus Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und eine generell schlechte Stimmung durch Schlafentzug. Da Schlafstörungen oft über Jahre oder Jahr-zehnte bestehen, dürfen sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Gerade zu Beginn sind nichtmedikamentöse Verfahren sehr erfolgreich. Dennoch finden sich bei etwa 30 Prozent der Patienten, die eben nicht auf nichtmedikamentöse Verfahren oder klassische Schlafmittel ansprechen eine organische Ursachen der Schlafstörung, die dann einer spezifischen Behandlung bedürfen.

Manche Schlafstörungen sind bereits durch einfache Befragungen gut erfassbar. Ein Beispiel hierfür ist das Syndrom der unruhigen Beine, auch Restless-Legs-Syndrom oder RLS genannt. Dabei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann. RLS ist durch abendliche oder nächtliche Bewegungsunruhe vor allem in Beinen gekennzeichnet. Die Symptome verbessern sich, sobald die Beine bewegt werden. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen kommt es zusätzlich zu sekundenkurzen Muskelzuckungen, die oft von den Patienten gar nicht wahrgenommen werden. Trotzdem werden sie dadurch kurz geweckt, der Blutdruck steigt, und sie können so keinen erholsamen Schlaf finden. Beide Störungen sind bei vielen Patienten schwierig zu behandeln.

Oft kommt es zu einem Wirkungsverlust der Medikamente oder die Symptome treten nicht beim Einschlafen, sondern zu anderen Zeiten in der Nacht auf. „Hier kann die Verabreichung eines spezifischen Medikaments in Pflasterform statt als abendliche Tablette hilfreich sein“, sagt Prof. Dr. Andrea Rodenbeck vom Studienzentrum Wilhelmshöhe. Zu dieser Erkrankung bietet das Studienzentrum eine Therapiemöglichkeit für unter 75-Jährige an, bei der die Auswirkung eines bereits zur RLS-Behandlung zugelassenen Medikaments auf den nächtlichen Blutdruck mehrfach im Schlaflabor überprüft wird. (nh)

Mehr: Studienzentrum Wilhelmshöhe

Quelle: HNA

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