Lebensqualität im Alter

Für das richtige Know-how

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Manch einer ist im Alter fit wie ein Turnschuh, andere benötigen immer mehr Hilfe: Die kommt meist von der Familie. Für die Angehörigen und auch die Pflegebedürftigen selbst kann das zu Problemen führen. Hilfe bieten Pflegekurse für Angehörige.

Im Alter werden oft Augen und Ohren schlechter, die Glieder steif und die Muskulatur schwächer. Und manch einer leidet unter Vergesslichkeit. Bis zu einem gewissen Punkt kommen die Betroffenen alleine klar.

Von Nicola Menke

Irgendwann brauchen sie aber Unterstützung. Die kommt meist von Angehörigen. Auch, wenn die Grenze von der Hilfs- zur Pflegebedürftigkeit überschritten ist.

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Das zeigt eine Erhebung des statistischen Bundesamtes von 2013, laut der knapp zwei Drittel der deutschen Pflegefälle zu Hause betreut werden. Der Vorteil: Die Betreuten können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Für die Angehörigen kann das aber zur Belastungsprobe werden. „Damit das nicht passiert, sollten frühzeitig Infos zum Thema Pflege eingeholt und ein Pflegekurs absolviert werden“, rät Gundula Kozariszczuk vom DRK PflegeService.  Hilfs- und Pflegebedürftigkeit entwickeln sich schleichend, wenn sie nicht gerade etwa aus einem Unfall resultieren. „Es fängt oft damit an, dass die Betroffenen Unterstützung bei Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder Putzen oder bei organisatorischen Dingen wie Behördengängen benötigen“, sagt Kozariszczuk. Dann beginnen ihnen grundlegendere Dinge wie Körperpflege oder An- und Ausziehen schwerzufallen und schließlich sind manche komplett auf die Hilfe anderer angewiesen, weil sie etwa bettlägerig werden. „Am besten wäre es, gleich aktiv zu werden, wenn sich die ersten Anzeichen dafür zeigen, dass jemand ein Pflegefall werden könnte“, sagt sie.

Tatsächlich kommt den meisten pflegenden Angehörigen die Idee, einen Pflegekurs zu besuchen, laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung jedoch erst, wenn die Situation schon akut ist. Und ein Großteil pflegt, ohne sich jemals dahingehend fortzubilden. „Das liegt fraglos nicht zuletzt daran, dass es gar nicht allen bekannt ist, dass es Pflegekurse für Angehörige gibt und dass bestehende Angebote häufig nicht ausreichend beworben werden“, sagt Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege. Manche glauben auch, genug Know-How zu haben. Andere fürchten, dass die Lehrgänge aufwendig oder teuer sind.

Fehler mit Folgen

„Fakt ist, dass wer pflegt ohne jegliches pflegerisches Fachwissen zu haben, Gefahr läuft, Fehler zu machen und damit der Gesundheit des Pflegebedürftigen oder auch seiner eigenen zu schaden“, warnt Thomas Meißner, Präsidiumsmitglied des Deutschen Pflegerates. Zu den möglichen Folgen gehören Wundliegen, Thrombosen oder Mangelernährung beim Gepflegten und Rückenprobleme beim Pflegenden. „Wer einen Pflegekurs macht, lernt sie zu vermeiden“, sagt er abschließend.  (tmn)

Quelle: HNA

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