Pollen einfach aussperren

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Frühlingsleiden: Die Allergikerin Stefanie Poppe hat keinen Sinn für die knallgelben Forsythiensträucher - der Heuschnupfen plagt sie auf unserem - gestellten - Bild.

Allein das Heben der Augenlider nach dem Aufwachen quält mich als Pollenallergikerin so, als drücke ein Gewichtheber gegen einen zehn Kilo zu schweren Ballast. Es passiert nichts. Bis auf ein unwilliges Stöhnen.

Erst wenn meine Fingerspitzen die Lider packen und die Wimpern gewaltsam von den Wangen reißen, blendet das Morgenlicht und verschwimmt hinter Tränen. So beginnt die Heuschnupfenzeit. Und der Blick beim Zähneputzen in den Spiegel macht es auch nicht besser: Mein linkes Auge ist klein, das rechte Auge noch schmaler über geschwollenen Tränensäcken. Rote Äderchen durchziehen das Auge und eine Kruste aus Tränen bedeckt die Senke zwischen Auge und Nase. Die Nase kitzelt, dann hole ich tief Luft und schreie meinen Nieser so laut hinaus, dass er von den Badfliesen widerhallt. Und während ich hektisch nach einem Taschentuch krame, fließen Tränen aus den Augen und Sekret aus der Nase. Zu allem Überfluss sticht die Frühlingssonne, monatelang herbeigesehnt, so in den Augen, dass Stirnrunzeln und Dauerblinzeln nicht abzuschalten sind. Das gehasste Jucken am Gaumen bringt mich dazu, mit der Zunge dran entlangzufahren. Und es noch schlimmer zu machen. Beinahe überall finde ich Tipps, die die Symptome lindern sollen. Aus diesem Grund habe ich während der vergangenen Wochen viele von ihnen getestet. Hier sind die Ratschläge, die mir geholfen haben: • Abends die Haare waschen Es ist umständlich. Besonders, da ich morgens meist zumindest versuche, mit Föhn und Bürste eine Frisur vorzutäuschen. Aber: Eine pollenfreie Nacht ohne Nieserei und Husten ist die Sache wert. • Nur abends lüften Der erste Reflex nach dem Aufstehen: Fenster auf. Aber nach Untersuchungen ist die Pollenbelastung auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr am geringsten. Deshalb halte ich mich dran. Und zusammen mit den frisch gewaschenen Haaren wird die nächtliche Atemnot im möglichst pollenbefreiten Schlafzimmer wahrnehmbar verringert. • Sonnenbrille auf Die Sonne brennt in den überempfindlichen Augen, sodass ich in Heuschnupfenzeiten immer eine Sonnenbrille griffbereit habe. Ohne geht es nicht. Und mit kann man den Frühling wenigstens ein bisschen besser genießen. • Kleidung gesondert lagern Damit die Pollen, die ich im Freien während des Tages eingesammelt habe, nicht ins Schlafzimmer gelangen, heißt es: schon im Bad raus aus den Klamotten. Was macht man nicht alles für eine pollenfreie Zone? Dazu gehört für mich auch, dass die frisch gewaschene Wäsche nicht im Garten in der Sonne weht, sondern trotz Frühlingswetter drinnen hängt. Dauert länger, ist aber nötig. • Pollenfilter ins Auto Da ich lange Strecken mit dem Auto fahre, riet mir nicht nur das neueste Magazin, sondern auch mein Automechaniker: Lüftungsfilter wechseln. Mit meinem neuen Pollenfilter – und solange ich die Fenster geschlossen halte – macht mir das Gebläse nichts mehr aus. • Pollen weg in Sauna und Bad

Einen Tipp habe ich besonders genossen: In Schwimmbädern und in der Sauna ist die Konzentration der Pollen sehr gering. Daher habe ich mir an einem freien Tag einen Schwimm- und Saunatag gegönnt. Fazit: Keine verquollenen Augen, kein Niesen. Wie neu geboren.

Von Judith Strecker

Quelle: HNA

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