Pillen, Pasten und Hausmittelchen: Gesundheitstipps für den Sommer

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Sommerzeit ist Sonnenzeit: Wer nicht die Schattenseiten der Sonnenstrahlung erleben möchte, sollte vorsorgen.

Sommerzeit ist Sonnenzeit, doch wer nicht die Schattenseiten der Sonnenstrahlung erleben möchte, sollte vorsorgen. Dabei greifen die einen zu Pillen, Pasten und Cremes der Pharmaindustrie, andere schwören auf Hausmittelchen aus Großmutters Zeiten wie Zwiebeln und Tinkturen.

Gleichgültig zu welchen Mitteln gegriffen wird, zwei Dinge sollten im Sommer nicht vergessen werden: Lebensmittel können bei Hitze leicht verderben und zu schlimmen Infektionen führen. Deshalb: Gut gekühlte Speisen helfen, den Durchfall zu vermeiden. Zum anderen: bei Hitze viel trinken und immer wieder Schatten suchen, um Hautschäden und Sonnenstich zu vermeiden. Vorsicht heißt es bei Bienen, Wespen und anderen Insekten. Bei Stichen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sich Linderung zu verschaffen.

Kühlende Gele an der Stichstelle helfen, die Schmerzen zu lindern. Ein bekanntes Hausmittel ist das Auflegen einer frisch angeschnittenen Zwiebel direkt nach einem Bienenstich. Auch die Einnahme homöopatischer Kügelchen, wie das das aus Bienengift gewonnene Apis C 30, soll Schmerz und Schwellung lindern. Sollte sich die Stichstelle entzünden und die benachbarten Lymphknoten anschwellen, ist der Griff zum Antibiotikum fast unausweichlich.

Sonnenbrand

Die Haut braucht eine Sonnenschutzcreme, die schon eine Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden sollte, damit sie genug Zeit hat, einzuziehen, erklärte Allgemeinmediziner Dr. Helmut Hennighausen aus Wabern. Besonders Kinderhaut ist empfindlich und sollte geschützt werden. „Wer häufig Sonnenbrände als Kind hatte, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken“, warnt der Arzt. Bei starker Sonneneinstrahlung schütze auch ein T-Shirt nicht ausreichend, dessen durchschnittlicher Lichtschutzfaktor (LSF) nur bei rund fünf läge. Um also einen LSF 20 zu erreichen, bräuchte man vier Shirts übereinander.

Durchfall

Eine häufige Erkrankung im Sommer sind Magen-Darm-Virus-Infekte, die in der Regel nach zwei bis drei Tagen wieder abflauen und außer einer Diät keiner Behandlung bedürfen, sagt Dr. Helmut Hennighausen. Kommen Fieber und schlechtes Allgemeinempfinden hinzu oder hält die Infektion länger als drei Tage an, solle man einen Arzt aufsuchen. Zur Vermeidung von Lebensmittelinfektionen sollten frische Fleisch-, Milch- und Eiprodukte stets gekühlt aufbewahrt werden. Auch beim Zubereiten von Speisen sollte man darauf achten, dass Lebensmittelbakterien Wärme mögen. Beim Anrichten eines Nudelsalates sollte man keine warmen Nudeln in die Mayonnaisesoße geben: Wegen der Eier in der Mayonnaise steigt die Salmonellengefahr. Auch Bratwürste aus rohem Fleisch sollte man nach dem Grillen nicht warmhalten. Denn beim Braten und Grillen entsteht in der Mitte des Bratgutes häufig nicht die erforderliche Temperatur von über 65 Grad, um Lebensmittelbakterien abzutöten. Beim Warmhalten können sich diese besonders schnell vermehren.

Sonnenstich

Wichtig ist an Sommertagen eine Kopfbedeckung gegen die Sonnenstrahlen, die neben Hautschäden auch einen Sonnenstich verursachen können. Hierbei komme es zu einer Reizung der Hirnhäute und es treten Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Nackenschmerzen auf, im Extremfall sogar Bewusstseinsstörungen. Wenn Kreislaufprobleme dazu kommen, käme es schnell zum Hitzekollaps, warnt Hennighausen. Eine Steigerung sei der Hitzschlag, bei dem der Temperaturregelmechanismus des Körpers aussetzt. Daher: An heißen Tagen viel trinken. Am besten Mineralwasser wegen des Salzverlustes und Salzstangen essen. (yma)

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