Patientenverfügung: Das Recht zur Selbstbestimmung

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Eine Patientenverfügung hilft Ärzten, medizinische Behandlungen im Sinne des Patienten vorzunehmen

Jeder Mensch hat das Recht über seine medizinische Behandlung selbst zu entscheiden. Deshalb brauchen Ärzte für jede Behandlung auch immer die Zustimmung des Betroffenen. Was aber sollen Ärzte tun, wenn ein Mensch seinen Willen nicht mehr äußern kann? Mit einer Patientenverfügung lässt sich dokumentieren, wie man in einem solchen Fall entscheiden würde.

Mittlerweile hat bereits jeder zehnte Deutsche eine Patientenverfügung verfasst. Die Bundesregierung hat kürzlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Auch der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung bereits vor Jahren ausdrücklich die Verbindlichkeit einer Patientenverfügung unterstrichen. Jeder Dritte fürchtet jedoch laut einer Umfrage der Deutschen Hospizstiftung, dass Ärzte sich im Ernstfall nicht daran halten. Die Bundesärztekammer sagt klar: "Patientenverfügungen sind verbindlich, sofern sie sich auf die konkrete Behandlungssituationen beziehen und keine Umstände erkennbar sind, dass der Patient sie nicht mehr gelten lassen würde."

Für die Formulierung einer Patientenverfügung gibt es keine bestimmten Formvorschriften. Am besten lässt man sich von einer ärztlichen oder anderen fachkundigen Person oder Organisation beraten, bevor ein solches Dokument abgefasst wird. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, eine Patientenverfügung schriftlich niederzulegen, weil dann der darin geäußerte Wille leichter nachweisbar ist als etwa bei einer mündlichen Verfügung.

Es ist jedoch wichtig, dass ihre Patientenverfügung den Ärzten zur Kenntnis gebracht wird. Dies geschieht am besten über eine Person des Vertrauens, die für einen sprechen kann. Empfohlen wird deshalb, zugleich mit der Patientenverfügung eine Vollmacht für diese Person zu erteilen. Eine Patientenverfügung sollte so verwahrt werden, dass insbesondere Ärzte, Bevollmächtigte, Betreuer, aber gegebenenfalls auch das Vormundschaftsgericht, möglichst schnell und unkompliziert Kenntnis von der Existenz und vom Hinterlegungsort einer Patientenverfügung erlangen können. Dazu kann es sinnvoll sein, einen Hinweis bei sich zu tragen, wo die Patientenverfügung aufbewahrt wird.

Mittlerweile gibt es bereits Vorsorgedatenbanken. Das sind Online-Plattformen im Internet, in denen der Aufbewahrungsort der Patientenverfügung dokumentiert ist und zu der nur berechtigte Ärzte und Krankenhäuser Zugang haben. (obx/nh)

Mehr Informationen zum Thema

Hier finden Sie Tipps, Ratschläge und Formulierungshilfen für die Patientenverfügung:

- Broschüre "Patientenverfügung" des Bundesjustizministeriums Abrufbar im Internet unter:

www.bmj.de

Informationen und Broschüren zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gibt es bei der Landesärztekammer Hessen unter

www.laekh.de

Quelle: HNA

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