Der Laser in der Parodontitisbehandlung

Unter dem Begriff Parodontitis versteht man eine Entzündung des Zahnhalteapparates.

Neben Karies handelt es sich um eine der häufigsten Erkrankungen im Mundbereich und bis zu vierzig Prozent der Bevölkerung haben an mindestens einem Zahn eine Parodontitis, die im Volksmund auch Parodontose genannt wird.

Erste Anzeichen werden oft übersehen

Obwohl die Parodontitis als eine Art „Volkskrankheit“ zu verstehen ist, ist das Wissen über dieses Krankheitsbild in der Bevölkerung sehr gering und so ist es nicht verwunderlich, dass erste Anzeichen für eine Erkrankung, wie wiederholtes Zahnfleischbluten, oftmals übersehen werden.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Parodontitis spielen die im Zahnbelag vorkommenden Bakterien. In der Mundhöhle kommen über 600 verschiedene Arten vor, aber nur wenige sind für das Zahnfleisch und den Kieferknochen wirklich gefährlich, indem sie einen Biofilm bilden und Toxine (Giftstoffe) produzieren, die das Zahnfleisch und den Kieferknochen zerstören. Mithilfe von mikrobiologischen Testverfahren lässt sich vor einer Parodontitisbehandlung feststellen, ob diese pathogenen (krankheitsauslösenden) Bakterien vorhanden sind. Ist diese Austestung positiv, sieht ein Teil der Parodontitistherapie vor, diese Bakterien zu eliminieren.

Dazu bedient man sich bisher verschiedener Antibiotika. Jedoch ist die antibiotische Begleittherapie nicht immer erfolgreich, da diese Medikamente aufgrund der Biofilm-Struktur oftmals nur eingeschränkt wirken und die im Biofilm vorkommenden Bakterien eine höhere Antibiotikaresistenz aufweisen. Des Weiteren kann es auch vorkommen, dass Patienten nach der Einnahme eine Unverträglichkeitsreaktion oder schwere allergische Reaktionen aufweisen.

Eine Alternative bietet in solchen Situationen der Einsatz eines Lasersystems (zum Beispiel Dioden- oder Nd:Yag-Laser). Diese Laser haben sich seit Mitte der 90er-Jahre bei Einsätzen in der Parodontologie und Implantologie bewährt und ihre Qualität im Hinblick auf die keimabtötende Wirkung deutlich gezeigt.

Kurzer Lichtimpuls ohne Schmerz

Verantwortlich für den Erfolg des Lasers ist der ausgesandte kurze Lichtimpuls, der zu kurz ist, um von den Nerven im entzündeten Bereich wahrgenommen zu werden und einen Schmerz zu erzeugen. Das kranke und entzündete Gewebe wird „verdampft“ und die Bakterien werden dabei abgetötet. Dadurch sind die Wundflächen nach der Behandlung nahezu keimfrei und heilen deutlich schneller ab.

Es muss aber deutlich betont werden, dass ein Laser nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden kann, sondern eine konventionelle Behandlung (Reinigung der Zahnfleischtaschen) vorausgehen muss. Des Weiteren hängt der Erfolg der Parodontitistherapie wesentlich von der sorgfältigen Mundhygiene ab, die durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen sowie professionelle Zahnreinigungen ergänzt wird. (nh)

www.zahnarztspieker.de

Quelle: HNA

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